Fremdenhass – Unbekannte verstümmeln Katze und manipulieren Autobremsen
Publiziert

Hass gegen Asylzentrum-MitarbeiterinUnbekannte verstümmeln Katze und manipulieren Autobremsen

Seit Monaten wird eine Angestellte des Bundesasylzentrums Bässlergut in Basel massiv bedroht. Nachdem ihr Auto beschädigt wurde, ermittelt die Bundespolizei.

von
Alexia Mohanadas
1 / 1
Seit Monaten wird eine Mitarbeiterin des Bundesasylzentrums Bässlergut in Basel massiv bedroht. Nun ermittelt die Bundespolizei.

Seit Monaten wird eine Mitarbeiterin des Bundesasylzentrums Bässlergut in Basel massiv bedroht. Nun ermittelt die Bundespolizei.

SEM Twitter

Darum gehts

  • Seit Monaten wird eine Mitarbeiterin des Bundesasylzentrums Bässlergut in Basel massiv bedroht.

  • Dabei wurde nun eine Grenze überschritten.

  • Die Bremsleitungen ihres Familienautos wurden manipuliert.

  • Jetzt wurde eine Anzeige erstattet und die Bundespolizei eingeschaltet.

  • Die praktizierten Methoden im Bundesasylzentrum werden immer wieder heftig kritisiert.

  • Auf linksextremen Seiten werde das Opfer als Leiterin des Bässlerguts bezeichnet.

Eine Fachspezialistin des Bundesasylzentrum Basel und SP-Kandidatin für den Solothurner Kantonsrat, wird seit Monaten von Unbekannten bedroht. Das Bundesasylzentrum und die praktizierten Methoden werden immer wieder heftig kritisiert. Der Hass auf die Bundesasylzentrum-Mitarbeiterin ist nicht neu. Auf dem linksautonomen Portal «barrikade.info» wurde bereits gegen sie gehetzt. Sie habe hunderte Hassnachrichten und Mails erhalten, ihr Auto wurde zerkratzt, ihre Katze wurde verstümmelt. Doch jetzt eskaliert die Situation: Die Bremsleitungen ihres Familienautos wurden manipuliert, wie das SRF Regionaljournal schildert.

«Dass Mitarbeitende dermassen drangsaliert, diffamiert und mit gemeingefährlichen Aktionen bedroht werden, das haben wir bis jetzt noch nie erlebt», sagte Reto Kormann, Sprecher Staatssekretariat für Migration (SEM), zum SRF. So einen extremen Fall habe er bisher noch nie erlebt.

«Rote Linie wurde überschritten»

«Es wurden Manipulationen an Fahrzeugen vorgenommen. Genauer gesagt an den Bremsleitungen. Das ist so gefährlich und wir finden, dass die rote Linie überschritten wurde. Wir haben nun Anzeige erstattet», so Kormann. Weshalb ausgerechnet diese Mitarbeiterin derart bedroht wird, sei nicht bekannt.

Auf linksextremen Seiten werde das Opfer als Leiterin des Bässlerguts bezeichnet. Dies sei jedoch nicht korrekt, so das SEM. Sie sei eine Mitarbeiterin und habe keine leitende Funktion. «Als sie anfing für den Kantonsrat zu kandidieren, hatte die Hetz-Kampagne begonnen. Diese hat sich sukzessiv gesteigert und in gemeingefährlichen Aktionen ihren Höhepunkt erreicht», so Kormann.

«Als sie anfing für den Kantonsrat zu kandidieren, hatte die Hetzkampagne begonnen»

Reto Kormann, Sprecher Staatssekretariat für Migration

Bundespolizei ermittelt

Nach der Anzeige vom SEM wegen Gewalt und Drohung gegen Behörde und Beamte, ermittle nun die Bundespolizei. Kormann wolle nicht spekulieren, wer hinter der Hass-Kampagne und den Anschlägen stehe.

Zu den Vorwürfen aus linksextremen Kreisen, dass es im Bundesasylzentrum zu Misshandlungen komme, sagt Kormann: «Wenn es wirklich unverhältnismässige Gewalt geben sollte, besteht für alle Asylsuchenden die Möglichkeit, eine Anzeige zu erstatten. Oder sie haben alle eine Rechtsvertretung nebst ihrem Asylverfahren. Dort können sie sich auch mitteilen.»

Die betroffene Mitarbeiterin des Bässlerguts werde eng begleitet und gehe weiterhin ihrer Arbeit nach.

Deine Meinung