Dietikon ZH: Unbelehrbarer Raser muss ins Gefängnis

Aktualisiert

Dietikon ZHUnbelehrbarer Raser muss ins Gefängnis

Ein vorbestrafter Privatdetektiv ist mit rund 120 km/h durch Uitikon gerast und hat einen spektakulären Unfall gebaut. Der Täter erhielt 24 Monate Freiheitsentzug. Neun Monate davon soll er absitzen.

Attila Szenogrady
von
Attila Szenogrady

Es war in der Nacht auf den 5. Juli 2009, als ein angetrunkener Privatdetektiv mit einem von Kollegen ausgeliehenen Rennwagen der Marke Porsche von Zürich nach Uitikon/Waldegg fuhr. Obwohl der Stadtzürcher mazedonischer Abstammung über keinen Führerausweis mehr verfügte, drückte er auf das Gaspedal und raste mit einer Geschwindigkeit von bis zu 127 km/h über die Birmensdorferstrasse. Die Anklage ging von mindestens 113 Stundenkilometern aus. Bei einer erlaubten Tempogrenze von 50 km/h.

Kollegen nach Unfall angestiftet

Bei der Verzweigung zur Zürcherstrasse verlor der heute 26-jährige Verkehrsrowdy die Herrschaft über das Fahrzeug, geriet auf das Trottoir und krachte danach in ein Geländer hinein. Von dort aus schlitterte der Porsche zurück über die Gegenfahrbahn, wonach er gleich vier Absperrpfosten umriss und heftig mit der Leitplane kollidierte. Der Aufprall war so stark, dass wegfliegende Teile einen parkierten Personenwagen erheblich beschädigten.

Der verletzte Raser verliess den Tatort und begab sich zu Fuss zum Triemli-Spital. Noch von dort aus telefonierte er einem Kollegen und wies ihn an, die Unfallstelle aufzusuchen und sich bei der Polizei als Lenker auszugeben. Was der Bekannte auch befolgte. Allerdings konnten die Fahnder den angeblichen Fahrer schon bald als Schwindler entlarven.

Sieben Vorstrafen

Am Dienstag musste sich der überführte Privatdetektiv vor dem Bezirksgericht Dietikon verantworten. Er legte ein umfassendes Geständnis ab. Dabei gab er zwei weitere Fahrten ohne Führerausweis zu. Bedenklich war, dass er nur fünf Monate nach dem Unfall auf der Waldegg am Lenkrad eines Mercedes erwischt wurde.

Staatsanwalt Michael Huwiler sprach von einem absolut uneinsichtigen und gefährlichen Raser. Er forderte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 33 Monaten. Zwölf Monate davon unbedingt. Huwiler verwies auf sieben teilweise einschlägige Vorstrafen und vier Entzüge des Führerausweises. Letztmals für immer. In einem Fall hatte der Familienvater eine Mutter mit ihrem Kind angefahren und verletzt.

Neun Monate absitzen

Der Gegenantrag des Verteidigers auf zwölf Monate bedingt und 720 Stunden Fronarbeit hatte keine Chance. Das Dietiker Gericht verurteilte den Beschuldigten wegen groben Verkehrsdelikten, versuchter Anstiftung zu Irreführung der Rechtspflege sowie weiteren Anklagepunkten zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Neun Monate davon soll der Detektiv absitzen. Der Gerichtsvorsitzende Stephan Aeschbacher sprach von einer gravierenden Tatschwere und führte aus, dass aufgrund erheblicher Bedenken eine reine Bewährungsstrafe nicht mehr in Frage gekommen sei. Allerdings könne der verheiratete Vater die Sanktion in Halbgefangenschaft verbüssen. Womit er nicht aus dem sozialen Umfeld gerissen werde.

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