Wegen Aberglaube?: Unbeliebt – schwarze Büsi sind schwer vermittelbar

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Wegen Aberglaube?Unbeliebt – schwarze Büsi sind schwer vermittelbar

Schwarze Katzen haben einen schlechten Ruf. Sie bleiben im Durchschnitt länger im Tierheim als ihre farbigen Artgenossen.

von
jd

Schwarze Katzen haben einen schweren Stand. (Video: jd)

Die schwarzen Fellnasen hätten einen schwierigen Stand, erzählt Mahena Haizmann, Geschäftsführerin des Katzenheims in Muttenz. «Eine schwarze Katze muss sich viel mehr anstrengen als etwa eine schöne Tricolor-Katze, um einen neuen Besitzer zu finden», sagt sie. Schwarze Büsi seien schlichtweg schwieriger zu vermitteln und blieben deshalb auch länger im Katzenheim – und dies nur aufgrund ihres dunklen Fells.

«Während andere Katzen im Durchschnitt drei Monate bei uns bleiben, müssen die schwarzen rund einen Drittel länger auf ein neues Zuhause warten», so das Fazit von Haizmann.

Stigmatisierte Tiere

Die Tiere seien nach wie vor mit einem Stigma behaftet – die Leute fürchten sich davor, mit der schwarzen Katze eine dazugehörige Portion Pech ins Haus zu holen.

Schwarz gelte zudem als langweilig, getigerte oder mehrfarbigen Büsis seien beliebter. Klar ist: «Es kommt immer wieder vor, dass Personen mit einem Katzen-Wunsch zu uns kommen und ausdrücklich betonen, auf keinen Fall eine schwarze zu wollen.» Da werde auch die vom Charakter perfekt abgestimmte Katze gerne aufgrund ihrer dunklen Fellfarbe abgelehnt. «Viele sagen: Eine schwarze Katze kommt mir nicht ins Haus.»

Haizmann beobachtet den Negativ-Trend nicht nur bei den Katzen. Auch schwarze Hunde seien weniger beliebt. «Dunkle Hunde wirken auf zukünftige Herrchen angsteinflössend.»

Unverständnis beim Tierschutz

Schwarze Tiere haben ein härteres Schicksal, weiss auch Helen Sandmeier von der Medienstelle Schweizer Tierschutz (STS). Über den Zusammenhang zwischen Heimaufenthalts-Dauer und Fellfarbe werde von den 71 STS-Sektionen indes keine Statistik erstellt werden. Trotzdem kann Sandmeier aus ihren Erfahrungen bestätigen: «Es sind die schwarzen, die am Schluss hocken bleiben.»

Die Ablehnung gegenüber der dunklen Fellfarbe kann Sandmeier überhaupt nicht nachvollziehen. Die Leute umerziehen könne der Tierschutz jedoch nicht.

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