«Scream! If you can»: Und das soll uns Angst machen?
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«Scream! If you can»Und das soll uns Angst machen?

Am Samstagabend feierte die Pseudo-Gruselshow «Scream! If you can» auf ProSieben Premiere. Abgesehen von den Kandidaten konnte das Format kaum jemanden erschrecken.

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Alle Horrofilm-Klischees in einer Reality-Show zu vereinen, klingt eigentlich nach einer guten Idee. Trotzdem floppte «Scream! If you can», das von ProSieben aus England eingekauft wurde, bei seiner Premiere am Samstagabend.

Mit düsteren Bildern und Wackelkameras sollte «Scream! If you can» für Gänsehaut sorgen. Mehr als ein müdes Lächeln war allerdings nicht drin.

Goldlocken und Vogelscheuchen

«Wer Angst hat, verliert», lautet das Motto der Sendung. Fünf Teilnehmer, angeblich Freunde, werden in der Nähe von London durch einen Wald gejagt. An verschiednen Stationen müssen die Kandidaten Aufgaben erfüllen und Schlüssel finden. Diese öffnen dann Truhen mit einer finanziellen Belohnung. Das erspielte Geld können die Teilnehmer allerdings nicht einfach mitnehmen: Mit dem Gewinn im Rucksack müssen sie jeweils zähnefletschenden Hunden entkommen – in der Theorie klingt das tatsächlich unheimlich.

In der Praxis fühlt sich «Scream! If you can» dann aber eher an, als würde man Teenies auf dem Jahrmarkt in eine Geisterbahn schicken und sie dabei beobachten.

Das gruseligste Hindernis im präparierten Wald: Ein Mann mit Goldlocken-Perücke und Mini-Rock jagte den Kandidaten einen Schrecken ein, indem er die Heckscheibe eines alten Autos zertrümmerte. Auf den Zuschauer wirkte der Schauspieler wenig beeindruckend. Ebenso die Vogelscheuche, die den fünf Freunden Kunstblut ins Gesicht spritzte, bevor sie den Schlüssel bekamen. Auch die Hunde hinterliessen nicht den erschreckenden Eindruck, den sich ProSieben erhofft hatte.

Die fünf Kandidaten jagten dem Zuschauer mit ihrer leicht fragwürdigen Ausdrucksweise («Übatreib ma direkt, Alda! Ekelhaft, Digga!») noch den grössten Schrecken ein. Immerhin: Sie verliessen den Wald am Ende mit insgesamt 35'515 Euro. Für den Sender hat sich «Scream! If you can» nicht ganz so gelohnt: Nur 0,95 Millionen Zuschauer in der Zielgruppe schalteten laut DWDL.de ein. Damit erzielte ProSieben einen gruseligen Marktanteil von nur 9,1 Prozent.

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