Oscars 2016 : Und der Sieger ist ... die Message!

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Oscars 2016 Und der Sieger ist ... die Message!

Die diesjährigen Oscars waren nicht nur im Vorfeld politisch aufgeladen. Auch an der Verleihung widmeten sich die Stars den grossen Themen.

von
mor

Chris Rock, der afroamerikanische Komiker und Moderator der diesjährigen Oscar-Verleihung, begrüsste sein Publikum mit einem wuchtigen Monolog über die Rassismus-Debatte vor den Oscars. Die Academy stand in der Kritik, weil kein einziger Schwarzer für einen Preis nominiert war – eine perfekte Vorlage für den 51-Jährigen, Hollywood während der Show den Spiegel vorzuhalten. Doch die fehlende ethnische Diversität in der Industrie war nicht das einzige politische Thema, das während der traditionell eigentlich glamourösen, politisch eher zurückhaltenden Verleihung auf den Tisch gebracht wurde. Ein Überblick:

Rassismus

Bei den Oscars handle es sich um «Choice Awards der weissen Leute», erklärte Chris Rock bereits zu Beginn der weltweit übertragenen Show. «Ist Hollywood rassistisch? Da liegen Sie verdammt richtig, es ist rassistisch», führte der 51-Jährige weiter aus. Seine Erklärung: Die Schwarzen seien in den vergangenen Jahrzehnten mehr damit beschäftigt gewesen «vergewaltigt und gelyncht zu werden, als sich darum zu kümmern, wer als bester Kameramann» erkoren werde. Einer von vielen Witzen von Chris Rock, bei dem viele nicht recht wussten, ob sie nun lachen oder weinen sollten.

Rock stand mit seinen Statements nicht alleine da: Als der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu seinen Oscar für die beste Regie-Arbeit für «The Revenant» entgegennahm, appellierte er: «Was für eine grossartige Gelegenheit für unsere Generation, uns echt von all den Vorurteilen und diesem Stammesdenken zu befreien und ein für allemal sicherzustellen, dass die Hautfarbe so irrelevant wie die Haarlänge wird.»

Klimawandel

Leonardo DiCaprio engagiert sich seit Jahren für die Umwelt. Als er dann seinen langersehnten Oscar auf der Bühne des Dolby Theatre in Los Angeles entgegennehmen durfte, nutze DiCaprio die ungeteilte Aufmerksamkeit, um die Zuschauer auf die globale Erderwärmung aufmerksam zu machen. «Der Klimawandel ist echt», mahnte er. «Er passiert jetzt. Er ist die dringendste Bedrohung, mit der unsere Spezies konfrontiert ist.»

Sexueller Missbrauch

Lady Gaga setzt sich seit Jahren für Opfer sexuellen Missbrauchs ein. Sie selbst musste sexuellen Missbrauch am eigenen Leib erfahren. Als sie dann während der Verleihung ihren Song «Til It Happens to You» performte, der sich mit dieser Problematik auseinandersetzt, lieferte die 29-Jährige einen der emotionalsten Momente des Abends.

Der Film «Spotlight», der eine wahre Geschichte über die Aufdeckung sexuellen Missbrauchs in einer katholischen Kirche erzählt, erhielt zum Schluss noch einen Oscar in der Königskategorie «Bester Film».

Feminismus

Nicht zuletzt standen während der 88. Oscar-Verleihung auch die Frauenrechte im Zentrum. Der klar feministisch positionierte Film «Mad Max: Fury Road» wurde gleich mit sechs Goldmännchen ausgezeichnet. Auch der Auftritt von Lady Gaga wurde von vielen Zuschauern als feministisches Statement verstanden.

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