«Ice Age 3»: Und ewig lockt die Nuss
Aktualisiert

«Ice Age 3»Und ewig lockt die Nuss

Faultier Sid hat mal wieder Ärger am Hals: Durch widrige Umstände wird er Teil einer tierischen Patchwork-Familie. Der dritte Teil der «Ice Age»-Saga ist eine perfekte Mischung aus Familien-Seligkeit und Parodie, aus kulleräugig-süssen und knuffig-rabiaten Charakteren.

von
Birgit Roschy

Gletscher kommen und gehen, wie uns die letzten beiden «Ice Age»-Trickfilme demonstrierten, in denen eine Horde Urzeittiere die Erdabkühlung und -Erwärmung überlebten. In der dritten Fortsetzung der mega-erfolgreichen Ur-Saga scheint es, warum auch immer, wieder zu frieren. Doch vom Wetter redet in der zum hochsommerlichen 1. Juli startenden Trickkomödie «Ice Age 3» niemand mehr. Stattdessen bekommt es die Patchwork-Herde, angeführt von Mammut Manni, mit einer Spezies zu tun, die ausgestorben ist - eigentlich.

Ich heirate eine Familie

Schuld ist wieder Faultier Sid, das sich von Kumpel Manni, dem werdenden Vater, vernachlässigt fühlt. Als Sid aus einer Eishöhle drei Rieseneier ans Tageslicht schafft, entdeckt auch er Vatergefühle. So schlüpfen drei niedliche T-Rex-Babys, die unter ihren Altersgenossen sogleich Angst und Schrecken verbreiten. Und dann stampft ihre sehr wütende T-Rex-Mami herbei und verschleppt die Racker samt ihres selbst ernannten Babysitters in eine tropische Unterwelt unter dem Eis.

Manni, die hochschwangere Elli, Säbelzahntiger Diego und die beiden Opossum-Rabauken Crash und Eddie nehmen die Verfolgung auf. Den Pausenclown gibt erneut Nager Scrat, der diesmal mit einem raffinierten Weibchen um sein ewiges Objekt der Begierde, die existenzielle Nuss, kämpfen muss.

Mammut-Papa und Saurier-Mama

Im ersten Abenteuer waren neben dem Klima die Menschen die Buhmänner, im zweiten Killerfische. Nun greifen die Drehbuchautoren, mit ihrem Latein am Ende, auf todsichere Favoriten der kindlichen Zielgruppe zurück: Dinos aller Spielarten. Ein weiteres Déjà-Vu liefert das Dino-Habitat, ein von unten beheiztes Urwald-Terrarium mit allem, was das abenteuerlustige Herz begehrt - mit Sauriern, fleischfressenden Riesenpflanzen, Lava, Knochenbergen, ähnlich wie vor wenigen Monaten im 3-D-Spektakel «Die Reise zum Mittelpunkt der Erde». Und das mental herausgeforderte Einsiedler-Wiesel Buck, das der Truppe weiterhilft, erinnert an den schrägen Piraten Jack Sparrow aus «Der Fluch der Karibik».

Doch auch für die Fortsetzung, die mit Sauriern gelegentlich über Gebühr Zeit schindet, gilt: besser gut geklaut als schlecht erfunden. Mag die Rahmenhandlung keinen Preis für Originalität gewinnen, so ist das Abenteuer dennoch mit so viel Slapstick, frechen Dialogen und witzigen Hinguckern ausgestattet, dass man sich erneut königlich amüsieren kann.

Auch verzichtet die turbulente Komödie, gleichzeitig im herkömmlichen 2-D- und dem neuen 3-D-Format gedreht, auf dreidimensionale Effekthascherei. Stattdessen halten sich die Filmemacher an ihr bewährtes Rezept, kochen eine nahezu perfekte Mischung aus Familien-Seligkeit und Parodie, aus kulleräugig-süssen und knuffig-rabiaten Charakteren (sogar Scrats Nuss zeigt hier Gefühle) und würzen das Ganze mit abgedrehten Ideen.

Saurier und andere Vegetarier

Genannt seien etwa eine Fahrt im Saurierrippen-Aufzug, dessen Passagiere mit Lachgas-Dämpfen in Kiffer-Stimmung versetzt werden, oder Buck, der sein Dasein à la Moby Dick der Jagd nach einem weissen Dinosaurier gewidmet hat, oder Sids Versuch, die T-Rexchen mit Brokkoli zum Vegetarismus zu bekehren. Otto Waalkes darf sich beim Synchronisieren des Quasselfritzen Sid ungehindert austoben und lässt sein keckerndes Lachen hören. Eingeleitet und abgeschlossen wird die Komödie wie gehabt vom Ice-Age-Symbol Scrat, dessen Nuss-oder-Liebe-Scharmützel mit der Wimpern klimpernden Scratte zumindest für erwachsene Zuschauer zu den Höhepunkten der prähistorischen Sause gehören.

$$VIDEO$$Der offizielle Filmtrailer.

(AP)

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