Eishockey Nati: Und nun wieder gegen diese Letten
Aktualisiert

Eishockey NatiUnd nun wieder gegen diese Letten

Der seltsame Olympia-Modus macht es möglich: Zum zweiten Mal innert sechs Tagen wird die Eishockey-Nati am Dienstag gegen Lettland spielen.

von
Marcel Allemann
Russland

Die Nati hatte am Sonntag zwar spielfrei, spannend verlief der Tag für sie jedoch trotzdem. Der Gegner, auf den sie in den Achtelfinals treffen, wurde ausgespielt. Mit jedem zusätzlichen Resultat – und am Ende mit jedem Tor – veränderte sich die Ausgangslage. Zunächst sah es danach aus, dass es die Eisgenossen mit Norwegen zu tun bekommen. Weil die Slowakei aber gegen Russland überraschend einen Punkt holte (0:1-Niederlage nach Penaltyschiessen) und sich so die Vorrunden-Rangliste veränderte, ist es nun Lettland.

Ein Eigentor rettete die Schweiz

Es ist schon ein wenig befremdend, dass es der Modus beim grössten und wichtigsten Eishockeyturnier der Welt erlaubt, dass innert sechs Tagen zweimal dieselben zwei Mannschaften aufeinandertreffen. Aber es ist, wie es ist: Die Schweiz bekommt es erneut mit Lettland zu tun. Trotz einem klaren Chancenplus konnte die Mannschaft von Sean Simpson die Balten in ihrem ersten Spiel erst in extremis, acht Sekunden vor Schluss, durch ein Eigentor von Georgijs Pujacs mit 1:0 besiegen.

20 Minuten enthüllte danach exklusiv, dass dieser Drei-Punkte-Sieg nur möglich war, weil auf die Olympischen Spiele in Sotschi ein neues Zeitmessungssystem eingeführt wurde. Da die Schiedsrichter per Sender mit der Matchuhr verbunden sind, wird diese bei jedem Pfiff automatisch angehalten. Gegenüber der manuellen Bedienung wird so pro Unterbruch bis zu einer halben Sekunde gespart. Mit anderen Worten: Mit dem alten Zeitmesssystem wäre die Partie schon vor dem Tor zum 1:0 zu Ende gewesen. Simpson sprach 20 Minuten am Sonntag darauf an: «Ich habe diese Story gelesen – das ist wirklich interessant.»

Letten mit grossen Fortschritten

Zu diesem Zeitpunkt wusste er wie auch die gesamte Mannschaft noch nicht, dass es nun erneut gegen Lettland geht. Sie dürften aber alle erst recht gewarnt sein. Die Letten erwiesen sich als sehr zäh und mit ihren Kontern überaus gefährlich. Gegenüber den letzten WM-Turnieren haben sie grosse Fortschritte gemacht. Sie verloren zwar ihre bisherigen drei Partien gegen die Schweiz (0:1), Tschechien (2:4) und Schweden (3:5), spielten aber mit ihren Gegnern stets auf Augenhöhe mit.

Die Letten verfügen mit Zemgus Girgensons von den Buffalo Sabres zwar nur über einen aktuellen NHL-Spieler, mit dem mittlerweile 41-jährigen Sandis Ozolinsch haben sie in der Verteidigung jedoch einen ehemaligen NHL-Star, der nun, im Spätherbst seiner Karriere, in seiner Heimat für Dynamo Riga spielt. Aus der NLA kennt man den ZSC-Stürmer Ronalds Kenins, Lette mit Schweizer Lizenz, sowie Servettes Topstürmer Kaspars Daugavins.

«Ob gegen Russland oder Spanien, wir müssen unser System spielen»

Die Schweizer absolvierten am Sonntag bei Vollbestand ihr Training, sämtliche Spieler überstanden die Vorrunde glücklicherweise verletzungsfrei. Kevin Romy kehrte dabei wieder in die Linie mit den Offensivflügelstürmern Roman Wick und Damien Brunner zurück, während Luca Cunti mit Simon Bodenmann und Denis Hollenstein trainierte. Die Formation mit den reinen offensiven Kreativspielern Wick, Brunner und Cunti erwies sich beim 1:0-Sieg gegen Tschechien als defensiv etwas gar anfällig, und die Schweizer Torblockade konnten die drei gemeinsam ebenfalls nicht lösen.

Wie bereits erwähnt: Zum Zeitpunkt des Trainings wussten die Schweizer noch nicht, dass sie erneut auf Lettland, das seinerseits sein Eistraining ausfallen liess und einen Regenerationstag einzog, treffen werden. Aber es war immerhin klar, dass sie als Favorit in ihre Achtelfinal-Begegnung gehen werden. Deshalb wurde Captain Mathias Seger grundsätzlich: «Ob wir nun gegen Russland oder Spanien spielen ist egal –- wir müssen genau gleich unser System spielen und den Gegner mit Respekt behandeln. Alles andere wäre fatal.»

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