Aktualisiert 08.10.2019 20:46

FarbenwechselUnd plötzlich spielt Italien in Grün

Die Squadra Azzurra spielt in neuer Farbe. Das wirft die Frage auf, weshalb die traditionellen Tenues überhaupt blau sind.

von
Kay Voser
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Erstmals seit 65 Jahren laufen die Italiener wieder in Grün auf.

Erstmals seit 65 Jahren laufen die Italiener wieder in Grün auf.

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Das Shirt von 1954: Damals gewann Italien gegen Argentinien mit 2:0 im Stadio Olimpico.

Das Shirt von 1954: Damals gewann Italien gegen Argentinien mit 2:0 im Stadio Olimpico.

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Ausrüster Puma liess sich beim Design des neuen Trikots von der Vergangenheit inspirieren.

Ausrüster Puma liess sich beim Design des neuen Trikots von der Vergangenheit inspirieren.

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Eine italienische Fussball-Nationalmannschaft, die in grünen Trikots spielt? Das ist nur schwer vorstellbar. Trotzdem wird es im Stadio Olimpico in Rom beim kommenden Länderspiel dazu kommen. Neu ist nicht nur die Farbe, sondern auch das Design. Der Sportartikel-Hersteller Puma präsentierte die grünen Tenues bereits. Der Wechsel der Farbe sorgt bei den Fans nicht gerade für Begeisterung. Immerhin trat die Squadra Azzurra seit jeher in himmelblauen Shirts auf.

Doch das stimmt nicht ganz: Ab 1911 trug die italienische Nationalmannschaft das königliche Emblem auf der Brust und spielte in Blau. Das italienische Azzurro geht auf die Königs-Dynastie Savoia zurück. Ihr Zeichen war ein weisses Kreuz auf rotem Grund – die Familien-Farbe Blau. 1934 gewann Italien in dieser Farbe den ersten WM-Titel. Vier Jahre später wurden sie erneut Weltmeister – allerdings im Schwarz der Faschisten.

Nach dem zweiten Weltkrieg spielten die Italiener wieder in Azzurro. Mit dem Abdanken des letzten Königs Umberto II. – am 18. Juni 1946 – verschwand zwar das royale Zeichen von den Trikots. Doch am Blau wurde festgehalten. Bis im Dezember 1954: Beim 2:0-Sieg über Argentinien lief die Nationalmannschaft in Grün auf. Und zwar im Stadio Olimpico. 65 Jahre später kehrt das Grün also in die Römer Spielstätte zurück.

«Das Grün symbolisiert die grosse Arbeit»

Bei den neuen Tenues, die «Renaissance» getauft wurden, liess sich Puma also von der Vergangenheit inspirieren. Sie sollen aber vor allem Ausdruck einer neuen Ära sein. Nachdem Italien 2018 erstmals seit 1958 eine Weltmeisterschaft verpasst hatte, begann der grosse Umbruch. Im aktuellen Kader sind zwölf Spieler jünger als 25. In der EM-Qualifikation steht die Mannschaft von Trainer Roberto Mancini an der Tabellenspitze. Mit einem Torverhältnis von 18:3 resultierten aus den bisher sechs Quali-Spielen sechs Siege.

Der Präsident des italienischen Fussballverbandes, Gabriele Gravina, hat das Trikot, welches in Zukunft als drittes Shirt zum Einsatz kommen soll, wie folgt kommentiert: «Das Grün symbolisiert die grosse Arbeit, welche wir mit den Jungen und der Mannschaft von Mancini verrichten. Wir wollen die Renaissance des italienischen Fussballs mit einem Symbol zelebrieren.» Die Farbe Azzurro solle dabei nicht ersetzt werden, sondern vielmehr in neuem Glanz erstrahlen.

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