Aktualisiert 15.08.2013 07:02

Abrechnung im KnastUnd plötzlich standen alle Türen offen

Mitglieder zweier verfeindeter Gangs sind in einem Hochsicherheitstrakt in Miami aufeinander losgegangen. Besonders schwer zu erklären ist, wieso die automatischen Türen alle auf einmal aufgingen.

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Im Hochsicherheitstrakt des Turner Guilford Knight Correctional Center in Miami kam es Mitte Juni zu einem rätselhaften Vorfall. Dass die Öffentlichkeit überhaupt davon erfährt, hat sie einem Bericht des «Miami Herald» zu verdanken. Journalisten erhielten am Dienstag Zugang zu einem brisanten Überwachungsvideo, auf dem zu sehen ist, wie die Zellentüren plötzlich alle geöffnet werden und drei Insassen einen anderen Häftling mit selbstgebastelten Messern attackieren.

Laut Recherchen des «Miami Herald» sind die drei Angreifer Mitglieder einer gefährlichen kriminellen Organisation. Das Opfer der Attacke ist Kenneth Williams, Anführer der berüchtigten New-Moneii-Gang, die in der Gegend Liberty City den Drogenhandel unter Kontrolle hat. Auf dem Video ist zu sehen, wie drei Männer ihre Zellen verlassen und auf Williams mit sogenannten Shivs, primitiven Knastmessern, losgehen.

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Wer löste die Türblockierung?

Als sich Kenneth Williams bedroht sieht, springt er über ein Geländer in eine tiefere Etage. Beim Sturz bricht er sich das Fussgelenk und einen Rückenwirbel. Auf den Videoaufnahmen liegt er Sekunden später auf dem Boden und krümmt sich vor Schmerzen.

Gangmitglied macht Gangzeichen

Den Behörden – und Williams' Anwalt - kommt der Vorfall sehr merkwürdig vor. Die eingeleitete Untersuchung ergab kurz darauf, dass ein technischer Fehler für das plötzliche Öffnen der Türen verantwortlich war. Laut den Ermittlern hat kein Aufseher die Türblockierung freigegeben. Der Anwalt des Opfers bezweifelt diese Aussagen allerdings.

Knast hat strenge Sicherheitsvorgaben

Das Turner Guilford Knight Correctional Center hat strenge Sicherheitsvorgaben, behaupten die Verantwortlichen. Die Insassen des Hochsicherheitstraktes werden nur einmal am Tag und für kurze Zeit aus ihren Zellen gelassen. Dabei werden sie nur in kleinen Gruppen hinausgeführt. Die Mitglieder von verfeindeten Gangs kommen nie direkt miteinander in Kontakt – auch nicht in den gemeinsamen Aufenthaltsräumen.

Kenneth Williams wartet auf seinen Prozess. Er wird beschuldigt, Zeugen bedroht zu haben, die gegen zwei Killer aussagen sollten. Bei der Attacke wurde einer von Williams' Feinden ermordet, aber auch dessen 10 Monate alter Sohn. Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass der Angriff auf Williams' Anordnung erfolgte.

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