Bahnfahrender Nager: Und täglich beisst der Siebenschläfer
Aktualisiert

Bahnfahrender NagerUnd täglich beisst der Siebenschläfer

Braunie kann es nicht lassen: Der bahnfahrende Siebenschläfer aus dem Glarnerland hat schon wieder zugebissen. Dabei wollte ihm ein Passagier nur die Freiheit schenken.

von
hal

Braunie ist der wahrscheinlich faulste Nager der Welt: Der Siebenschläfer fährt seit Längerem immer wieder mit der Standseilbahn zwischen Linthal und Braunwald hin und her. Und er mag es überhaupt nicht, wenn ihn jemand aus der Bahn schmeissen will.

Anfang Mai biss Braunie, wie die Glarner den berühmt-berüchtigten Siebenschläfer nennen, einen Bahnangestellten. Und jetzt wurde ein zweites Opfer bekannt: Dachdecker Melgg Mächler. Er bestätigt einen Bericht auf dem Portal www.juma-glarnerland.com, wonach er Braunie in der Bahn entdeckte und ihm helfen wollte. «Ich wollte ihn wieder in die Natur bringen», so der 24-Jährige.

Mächler öffnete seinen Rucksack, zog seine Arbeitshandschuhe an und griff nach Braunie. Braunie biss zu – und liess erst los, als Mächler mit ihm zur Wiese neben der Braunwaldbahn ging. Dann rannte er ihm den Arm herauf und sprang von der Schulter ins Gras.

Siebenschläfer in der Bahn

«Das war sein Instinkt»

Braunie war weg. Ein Pflaster erinnerte Mächler an die tierische Begegnung. Der Biss war so stark, dass er durch den Handschuh hindurchging. «Ich blutete leicht am Finger», so Mächler. Weh habe es aber nicht getan. «Ich bin dem Tier auch nicht böse. Das war einfach sein Instinkt.»

Mächler wird trotz des Vorfalls wieder in die Bahn steigen. Und auch Braunie wird sich dadurch kaum vom Schwarzfahren abhalten lassen. Als er letztes Jahr eingefangen und im Wald ausgesetzt worden war, war er breits nach einer Stunde zurück im Waggon.

Deine Meinung