03.04.2020 07:22

Zu Hause bleiben

Und was, wenn man nicht kochen kann?

Ein Zürcher Start-up zeigt, dass Essen aus der Mikrowelle durchaus schmecken kann. Und hofft, dank Home-Delivery durch die Corona-Krise zu kommen.

von
ak
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Seit der Bundesrat entschieden hat, dass alle Schweizer Restaurants geschlossen bleiben müssen, wird wieder mehr zu Hause gekocht. Das freut einige, weil sie Spass daran haben und es auch können.

Seit der Bundesrat entschieden hat, dass alle Schweizer Restaurants geschlossen bleiben müssen, wird wieder mehr zu Hause gekocht. Das freut einige, weil sie Spass daran haben und es auch können.

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Andere wiederum verzweifeln fast an der täglich Aufgabe. Zum Glück spriessen immer mehr kreative Delivery- und Fertigfood-Ideen aus dem Boden.

Andere wiederum verzweifeln fast an der täglich Aufgabe. Zum Glück spriessen immer mehr kreative Delivery- und Fertigfood-Ideen aus dem Boden.

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Das Start-up Noona verspricht Hilfe beim Kochverdruss und produziert in Zürich-Wollishofen Fertiggerichte für die Mikrowelle, deren Clou ein ausgeklügeltes Ventil in der Verpackung ist.

Das Start-up Noona verspricht Hilfe beim Kochverdruss und produziert in Zürich-Wollishofen Fertiggerichte für die Mikrowelle, deren Clou ein ausgeklügeltes Ventil in der Verpackung ist.

Fertiggericht! Mikrowelle! Bei diesen Wörtern sträuben sich Gourmets die Nackenhaare. Das Zürcher Start-up Noona will das ändern und beweisen, dass auch schlechte Köche und Köchinnen daheim gut und gesund essen können, ohne allzu tief in die Tasche greifen zu müssen.

Zwischen 11.90 und 13.90 Franken kosten die sogenannten Noona Steam Bowls, deren Clou ein ausgeklügeltes Ventil in der Verpackung ist. «Das Ventil ermöglicht eine genaue Temperatursteuerung in der Mikrowelle. Während des Garprozesses bildet sich ein Gegendruck, der so teilweise und kontrolliert entweichen kann. Damit verhindern wir das Platzen der Zellen in den Nahrungsmitteln», erklärt Firmengründer Roeland Croonen.

Ein weiteres Plus: Die unter Schutzatmosphäre abgepackten Speisen bleiben auch ohne Konservierungsstoffe sechs Tage lang frisch und reich an Vitaminen.

Und wie schmecken die Mikrowellen-Gerichte?

So viel zur Theorie. Doch wie sieht es in der Praxis aus? Schmecken die in der blitzblank polierten Manufaktur in Zürich-Wollishofen zubereiteten Fertigmenüs wirklich besser als

herkömmliche Gerichte zum Aufwärmen in Mikrowelle oder Wasserbad?

Testkandidat Nummer eins ist der Kräuterlachs mit Kartoffeln und Marktgemüse. Er kommt wie alle übrigen Steam Bowls für sechs Minuten in die Mikrowelle und darf dann eine Minute

ruhen.

Das Ergebnis: ein saftiger, im Inneren noch leicht glasiger Fisch an erfrischendem Kerbel-Honig-Zitronen-Pesto, dazu knackiges Gemüse und etwas brave, aber ordentliche

Salzkartoffeln.

Thai-Curry sind top – Würstli eher ein Flop

Am besten gefällt uns das rote Thai-Curry mit Poulet, Gemüse und Jasminreis. Das Fleisch ist zart und saftig, die Sauce angenehm pikant und cremig, aber nicht so fettig und schwer wie bei den meisten Take-aways.

Etwas weniger begeistert sind wir vom Tages-Special: Zu exzellentem Couscous gibts Merguez, die mehr an gut gewürzte Wienerli erinnern als an die scharfen Bratwürste, wie man sie in marokkanischen Restaurants bekommt.

Per Lieferservice durch die Corona-Krise

«So etwas kann bei zugekaufter Ware leider passieren», sagt Roeland Croonen. «Deshalb führen wir auch Tests durch, bevor wir ein Gericht in unser Standardprogramm aufnehmen.

Gleichbleibende Qualität ist gerade als Start-up sehr wichtig.»

Mit der Globus-Delicatessa hat Noona bereits einen prominenten Kunden gefunden, der Lockdown setzte der Partnerschaft aber ein vorübergehendes Ende. «70 Prozent unseres Umsatzes sind

insgesamt weggebrochen. Wir versuchen nun, mit Home-Delivery Gegensteuer zu geben und garantieren die Auslieferung innerhalb einer Stunde», so Croonen.

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