Basel: «Und wo bitte sind die Parkuhren? Die brauchen mehr Platz als ein Roller!»

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Basel«Und wo bitte sind die Parkuhren? Die brauchen mehr Platz als ein Roller!»

In Basel gibt es jetzt Parkfelder, die exklusiv für Cargovelos reserviert sind. Die Bekanntmachung des Kantons erhitzte auf Facebook die Gemüter. Die ersten 15 solcher Parkplätze sind erst der Anfang.

von
Gandalf Weidemann
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In der Vergangenheit standen Lastenfahrräder aufgrund ihrer Länge quer auf den Parkflächen normaler Fahrräder und besetzten somit schnell die Plätze.

In der Vergangenheit standen Lastenfahrräder aufgrund ihrer Länge quer auf den Parkflächen normaler Fahrräder und besetzten somit schnell die Plätze.

Facebook bvd Basel-Stadt
Auf Social Media gibt es teilweise die Bedenken, dass die neuen Parkplätze den übrigen Verkehr behindern könnten.

Auf Social Media gibt es teilweise die Bedenken, dass die neuen Parkplätze den übrigen Verkehr behindern könnten.

Facebook bvd Basel-Stadt
Andere wiederum meinen, dass es wichtigere Probleme gebe, die es zu lösen gelte. 

Andere wiederum meinen, dass es wichtigere Probleme gebe, die es zu lösen gelte. 

Facebook  bvd Basel-Stadt

Darum gehts 

  • In Basel gibt es neu Parkfelder extra für Cargovelos. Diese passen oft nicht in herkömmliche Veloabstellplätze.

  • Jetzt wurden 15 Parkfelder für insgesamt 20 Cargovelos markiert. Das erhitzt auf Facebook die Gemüter. 

  • Den neuen Parkfeldern fehlt aber noch ein eigenes Piktogramm, der Kanton hat deswegen beim Bundesamt für Strassen bereits einen Antrag gestellt.

In Basel gibt es 15 neue Parkplätze, aber nicht für Autos. Die frisch markierten Parkfelder sind exklusiv für Cargovelos und Velos mit Anhängern. Die Standorte habe das Basler Amt für Mobilität im Voraus evaluiert, wie der Kanton mitteilte. So gibt es unter anderem Parkfelder an der Rebgasse, Schifflände oder am Erasmusplatz. Die Cargovelo-Parkplätze wurden allesamt auf bisher nicht genutzten Flächen realisiert, es wurden also keine Autoparkplätze geopfert. Dennoch erhitzen die Cargovelos in Basel die Gemüter.

«Und wo bitte sind die Parkuhren? Die brauchen mehr Platz als ein Roller», beschwert sich ein User auf der Facebook-Seite des Basler Bau- und Verkehrsdepartements, das die Neuigkeit mit einem Post bekannt machte. In Basel gab es mal Pläne, Roller- und Motorradparkplätze gebührenpflichtig zu machen. Der Kanton kam aber davon ab. Ein anderer Kommentarschreiber befürchtet schon den Kollaps des Tramverkehrs wegen der Lastenfahrräder. «Die Fahrpläne können geschreddert werden und die Belastung für Tram-, Bus- und LKW-Fahrer als auch für Blaulichtfahrer nimmt rapide zu. Damit auch das Risiko für schwere Unfälle», meint er.

Eigentlich sollte das Gegenteil eintreten, entgegnet das Bau- und Verkehrsdepartement in einer Replik. «Die neuen Abstellfelder tragen im Gegenteil dazu bei, dass die Cargovelos und auch Velos mit Anhängern korrekt abgestellt werden», so das BVD. Die Abstellfelder fänden sich an Orten, wo die Nachfrage gross und gleichzeitig ausreichend Platz vorhanden sei. Bei herkömmlichen Veloabstellplätzen mussten Lastenräder oft quer abgestellt werden, wodurch die Fläche für alle anderen Velos rasch besetzt war.

Noch kein eigenes Piktogramm

Cargovelos seien aber ein wichtiger Baustein des umweltfreundlichen Stadtverkehrs, so der Kanton. Auch Gewerbetreibende nutzten diese zunehmend, um ihre Kundschaft zu beliefern oder Arbeitsmaterial zu befördern. Dieser Entwicklung werde mit den neu geschaffenen Parkfeldern Rechnung getragen. In einem zweiten Umsetzungsschritt sollen denn auch noch zwölf weitere Parkfelder hinzukommen. «Bewährt sich der Ansatz, könnten weitere Standorte realisiert werden», so das Bau- und Verkehrsdepartement. Zum Vergleich: Für Autos gibt es in Basel aktuell 28’000 Parkplätze und 17’000 für herkömmliche Velos.

Was den neuen Parkplätzen aber noch fehlt, ist ein eigenes Piktogramm. Die Signalisationsverordnung kenne bis jetzt noch kein Zeichen für Cargovelos. Der Kanton habe deshalb beim Bundesamt für Strassen (Astra) einen entsprechenden Antrag gestellt. Das Astra habe die Notwendigkeit anerkannt und begrüsse den Antrag, so der Kanton. 

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