Undichte Pariser: EU widerspricht Vatikan
Aktualisiert

Undichte Pariser: EU widerspricht Vatikan

Zweifel katholischer Würdenträger an der Sicherheit von Kondomen zur Aids-Vorbeugung sind nach Auffassung der EU-Kommission unbegründet.

Ohne den Vatikan direkt zu nennen, betonte die Brüsseler Behörde am Montag: In letzter Zeit seien Fragen laut geworden, ob das Aids- Virus durch die Poren von Latex-Kondomen dringen könne oder nicht.

Etwa ein Dutzend Forschungsinitiativen hätten jedoch eindeutig bewiesen, «dass Kondome bei sachgemässer Anwendung sicheren Schutz» böten. Mehr als 15 Jahre lang hat die EU entsprechende Forschungsprojekte in den von Aids besonders betroffenen Ländern Südamerikas und Afrikas gefördert.

«Kondome sind Teil der Lösung, die Ablehnung von Kondomen ist Teil des Problems», sagte der für Entwicklungshilfe zuständige Kommissar Poul Nielson. Forschungskommissar Philippe Busquin ergänzte: «Aussagen, die nicht auf zuverlässigen wissenschaftlichen Untersuchungsergebnissen basieren, sind gegenstandslos.»

Der britische Fernsehsender BBC hatte im Oktober einen Bericht über die ablehnende Haltung der katholischen Kirche gegenüber Kondomen als wirksamem Schutz gesendet.

In der BBC-Sendung sagte Kardinal Alfonso Lopez Trujillo, Präsident des päpstlichen Rates für die Familie: «Das Aids-Virus ist rund 450 mal kleiner als das Spermium. Das Spermium kann leicht durch das «Netz», das das Kondom bildet, durchschlüpfen.»

Der Erzbischof von Nairobi, Raphael Ndingi Nzeki, behauptete in der Sendung: «Aids ... hat sich deshalb so schnell ausgebreitet, weil Kondome verfügbar sind.» (sda)

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