Aktualisiert 24.04.2020 18:28

Maturaprüfung

«Uneinheitliche Lösung benachteiligt die Schüler»

Wer eine Maturaprüfung schreiben muss, das ist dieses Jahr abhängig davon, in welchem Kanton man wohnt.

von
sda/anz
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Ob die Durchführung der Maturitätsprüfung zumutbar ist oder ob sie in Zeiten von Corona zu gefährlich ist, da sind sich die Kantone nicht einig.

Ob die Durchführung der Maturitätsprüfung zumutbar ist oder ob sie in Zeiten von Corona zu gefährlich ist, da sind sich die Kantone nicht einig.

Keystone/Gaetan Bally
Glarus will sowohl mündliche als auch schriftliche Prüfungen durchführen. Das teilte der Kanton heute Mittwoch mit.

Glarus will sowohl mündliche als auch schriftliche Prüfungen durchführen. Das teilte der Kanton heute Mittwoch mit.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Auch der Thurgau will beide Prüfungen durchführen.

Auch der Thurgau will beide Prüfungen durchführen.

Keystone/Gian Ehrenzeller

Ob die Durchführung der Maturitätsprüfung zumutbar ist oder ob sie in Zeiten von Corona zu gefährlich ist, da sind sich die Kantone nicht einig. Daraus resultiert, dass einige Kantone planen, dass sowohl mündlich als auch schriftlich eine Prüfung abgelegt wird, wie dies zum Beispiel der Kanton Glarus plant. Andere Kantone führen nur eine schriftliche Prüfung durch, so zum Beispiel Zug, Aargau oder Luzern.

Und dann gibt es noch diejenigen Schüler, die auf ihre Erfahrungsnoten zurückgreifen. So wird zum Beispiel in Bern, Zürich und in beiden Basel auf die Durchführung der Prüfung verzichtet.

In der Romandie scheint der Kanton Freiburg der einzige Westschweizer Kanton zu sein, der mündliche und schriftliche Prüfung wie geplant durchführen will. Der Kanton Jura will sich in Kürze entscheiden, Genf und das Tessin wollen den Entscheid des Bundesrates abwarten.

Samuel Zingg, Vizepräsident vom Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz, kritisiert das Vorgehen: Eine einheitliche Lösung sei zum Wohle der Schüler wünschenswert. «Es besteht die Gefahr, dass nicht alle Schülerinnen und Schüler einen gleichwertigen Abschluss haben und dies später einmal auf sie zurückgreifen könnte.»

St. Gallen wehrt sich

Der Kanton St. Gallen plant, die schriftliche Prüfung durchzuführen, die mündliche jedoch zu streichen. Dagegen regt sich Widerstand. In einer Petition an die St. Galler Regierung wird gefordert, dass auch auf die schriftliche Prüfung verzichtet wird, «um die Gesundheit von Schülern und Lehrern zu erhalten». 1400 Personen haben die Petition unterschrieben.

Nach einer einheitlichen Lösung sieht es zurzeit nicht aus. Das letzte Wort hierbei hat der Bund. Er hat dabei drei Möglichkeiten: Er überlässt es den Kantonen zu entscheiden, die Prüfungen werden annulliert oder sie werden wie geplant durchgeführt. Erwartet wird dieser Entscheid am 29. April. Der Bund hatte in seinem Lockerungsplan angegeben, dass er die Wiedereröffnung von Berufs- und Oberstufenschulen sowie von Universitäten ab dem 8. Juni erlauben würde.

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