Aktualisiert 20.04.2007 10:21

Unentschlossene Franzosen

Obwohl bereits am Sonntag die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl stattfindet, sind noch 42 Prozent der Wähler unentschlossen.

Die Franzosen haben den Präsidentschaftswahlkampf überwiegend schlecht gefunden und wenig hilfreich für ihre Wahlentscheidung. In einer Umfrage des Instituts OpinionWay für die Zeitung «Le Figaro» vom Freitag gaben 59 Prozent der Befragten an, der Wahlkampf sei von schlechter Qualität gewesen. 56 Prozent sagten, Kundgebungen, Fernsehspots, Interviews und sonstige Wahlkampfauftritte der Kandidaten hätten ihnen nicht geholfen, sich für einen der zwölf Anwärter zu entscheiden.

Bei der Wahlkampfbewertung kam die Sozialistin Ségolène Royal am schlechtesten weg: Nur 37 Prozent fanden, sie habe eine gute Kampagne geführt.

Dagegen waren es bei Ex-Innenminister Nicolas Sarkozy 63 Prozent und beim Liberalen François Bayrou, der in der Rangliste der chancenreichsten Kandidaten überraschend bis auf Platz drei hinter die Favoriten Sarkozy und Royal vorgerückt war, sogar 74 Prozent.

42 Prozent unentschlossen

Meinungsforscher verwiesen auf die deutlich höhere Zahl von Unentschlossenen in der letzten Woche vor dem Urnengang als bei der letzten Wahl im Jahr 2002. «Dieses Mal erklären 42 Prozent der Wahlberechtigten, dass sie unentschlossen sind», sagte der Leiter des Instituts LH2, François Miquet-Marty, der Zeitung «20 minutes».

2002 seien es in der letzten Woche nur 29 Prozent gewesen. 14 Prozent fassten damals den Entschluss dann vor dem Wahlwochenende, vier Prozent am Samstag und elf Prozent erst am Sonntag.

Die grösste Unbekannte werde dieses Mal der Prozentsatz der Wähler sein, die für Bayrou stimmen, sagte Miquet-Marty. 60 Prozent seiner möglichen Wähler erklären demnach, sie könnten ihre Meinung noch ändern. Bei Sarkozy, Royal und dem Rechtsextremen Jean-Marie Le Pen seien dagegen zwei Drittel ihrer Sache bereits sicher.

Klein klarer Trend

Bei den letzten Umfragen zeichnete sich denn auch kein klarer Trend ab. Sarkozy kann zwar nach allen Erhebungen mit dem Einzug in die Stichwahl am 6. Mai rechnen. Unklar ist jedoch, wie nahe ihm die Royal kommt und welche Chancen Bayrou hat.

Das Institut CSA-Cisco sieht Royal mit 26 Prozent bis auf einen Punkt an Sarkozy aufschliessen. Bayrou liegt in dieser vom «Parisien» am Freitag veröffentlichten Umfrage abgeschlagen mit 17 Prozent nur einen Punkt vor dem Rechtsradikalen Jean-Marie Le Pen.

Dagegen sieht das Institut Ifop Sarkozy mit 28 Prozent alleine in Führung, während Bayrou und Royal mit 20 beziehungsweise 22,5 Prozent Kopf an Kopf um den Einzug in die Stichwahl ringen. Le Pen ist laut dieser Erhebung für die Zeitung «Metro» mit 13 Prozent aus dem Rennen.

(sda)

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