Aktualisiert 16.05.2010 08:22

FinalissimaUnerschütterliches Basler Selbstvertrauen

Spieler Scott Chipperfield, Trainer Thorsten Fink und Vizepräsident Bernhard Heusler - drei Exponenten des FC Basel beleuchteten die Ausgangslage vor dem Showdown in Bern.

Scott Chipperfield (l.) weiss wie man Meisterschaften gewinnt.

Scott Chipperfield (l.) weiss wie man Meisterschaften gewinnt.

Scott Chipperfield, der Mann mit bald einem Jahrzehnt FCB-Erfahrung, vereint alle Qualitäten der Bebbi: Flexibilität, Selbstvertrauen, Passion und Spass. Es sind jene Eigenschaften, die Coach Fink in seiner ersten Saison am Rhein nicht nur vorlebte, sondern umsetzte. Die Führungscrew um Bernhard Heusler hat im vergangenen Sommer die richtige Wahl getroffen. Für das Trio steht fest: Basel gewinnt am Sonntag den 13. Titel.

Scott Chipperfield (34), Allrounder

«Beam me up, Scotty!» wünschte sich der frühere FCB-Coach Christian Gross einst vor einem wichtigen Spiel. Der Australier mit Schweizer Pass spielte in Basel ausnahmslos eine wichtige Rolle - auch im neunten (!) Jahr seines Langzeit-Engagements. Down war er selten, «under» im Prinzip gar nie. Verliert er am Sonntag in Bern nicht, wäre ihm künftig ein Sonderstatus gewiss: Mit dem zehnten Titel (je fünf Meisterschaften und Cupsiege) könnte er die FCB- Legende Karli Odermatt überflügeln.

«Mich interessiert am Sonntag nur die Meisterschaft. Das ist wichtig, nicht Rekorde. Ausserdem hatte ich ja neun Jahre lang Zeit.» Die Aussage passt zu Chipperfield. Er ist ein Teamplayer erster Güte. Solo-Aktionen überlässt er anderen. Der WM-Teilnehmer denkt an und für die Gruppe. Und so funktioniert er auch auf dem Rasen: Chipperfield erfüllte in den vergangenen Monaten jeden Job- in der Abwehr, auf allen Positionen im Mittelfeld und nach dem Ausfall von Alex Frei erfolgreich im Sturm.

Thorsten Fink (43), Coach

«Fink ist die richtige Lösung. Ich bin überzeugt und habe ein gutes Gefühl, das bei mir selten trügt.» Gigi Oeri täuschte sich im letzten Juni tatsächlich nicht. Der schwierige Schritt aus dem mächtigen Schatten von Christian Gross ist dem Deutschen gelungen. Fink coacht smart, aber nicht verbissen. Seine lockere und zugleich selbstbewusste Art ist ansteckend. Der FCB tritt seit seiner Ankunft unbeschwerter und zugleich unberechenbarer auf.

Fink liess seinen ehrgeizigen Prognosen höchst positive Ergebnisse folgen. 88 Treffer hat die im Vergleich zu früheren (Meister-)Jahren spürbar offensiver ausgerichtete Mannschaft produziert. «Wir haben eine gute und selbstbewusste Mannschaft. Die Qualität spricht für uns», zählt Fink vor der «Finalissima» gegen YB ein paar der Vorzüge auf. Man spürt bei jedem seiner Worte, wie sehr er seinem Personal vertraut. Der Umkehrschluss gilt auch. Der frühere Bayern-Professional geniesst im Basler Kreis nach elf Monaten bereits die höchstmögliche Kreditwürdigkeit.

Bernhard Heusler (46), Vizepräsident

Der Anwalt und Vizepräsident des FC Basel ist vor allem auch ein eloquenter Botschafter der rot-blauen Gemeinde. Als operativer Kopf der Führungscrew kennt er die Pulsfrequenz des Vereins und der Mannschaft wie kaum ein Zweiter. Deshalb hat sein Wort Gewicht. «Es gibt einen Hauptgrund, weshalb wir es schaffen werden. Ich habe ein riesiges Vertrauen in diese Mannschaft und in den Trainer.»

Das habe er schon nach dem missratenen Saisonstart gesagt, «als wir mit zwei Siegen, drei Unentschieden und drei Niederlagen dastanden», betont Heusler. An Fink schätzt er, dass «er keine Rücksicht auf seine Person nimmt». Das sei gegen Xamax (3:0) ersichtlich gewesen; Fink schonte diverse Stammspieler. Die Risikobereitschaft gefällt Heusler. Allzu viel Zuversicht mag er dennoch nicht verströmen. Seit dem 13. Mai 2006 wissen sie in Basel, wie es ist, «wenn man den Korken wieder zurückschieben muss» (Heusler).

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