Oskar Freysinger: Unerwünscht in Belgien
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Oskar FreysingerUnerwünscht in Belgien

Islamkritiker Oskar Freysinger sollte in Schaerbeek in Belgien einen Vortrag halten. Die Gemeinde mit 50 Prozent Muslime hielt das für eine schlechte Idee.

von
meg

SVP-Nationalrat Oskar Freysinger sorgt wieder einmal für Wirbel. Diesmal in Belgien. Genauer in Schaerbeek. Die 116 000-Einwohner-Gemeinde hat drei Minarette, 50 Prozent Muslime – und sollte am Samstag Besuch von Minarettgegner und Islamkritiker Freysinger bekommen.

Der Walliser wurde von einer Gruppierung konservativer Katholiken namens Euboco eingeladen. Die Organisation sorgte laut dem Westschweizer Radio rsr.ch 2005 mit einer Anti-Islam-Kampagne für Aufsehen. Jetzt lädt sie zur Veranstaltung unter dem Titel: «Der Islam: Eine Bedrohung?» ein, und der Hauptredner aus dem Wallis wird von den Organisatoren als «der Mann, der den Minarettbau in der Schweiz stoppte» gepriesen.

Neuer Ort, neues Glück?

Das kam bei den Gemeindeverantwortlichen gar nicht gut an. Sie halten die Veranstaltung für eine pure Provokation. Der Vermieter, der den Islamkritikern die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen wollte, löste den Vertrag auf. Freysinger glaubt, dass «der Bürgermeister und die Polizei ihn unter Druck gesetzt haben». Den Anlass verbieten könnten die Behörden jedoch nicht.

Doch einen Raum liess sich in Schaerbeek offenbar nicht mehr finden. Freysinger, der angekündigt hatte, trotz den Umständen in die belgische Gemeinde zu reisen, sagt: «Man hat jetzt einen anderen Saal in einem Hotel im Zentrum von Brüssel gefunden. Wenns gut geht, kann ich da sogar etwas sagen.»

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