Wegen Klimawandel - Unesco sieht Great Barrier Reef gefährdet – Australien wehrt sich
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Wegen KlimawandelUnesco sieht Great Barrier Reef gefährdet – Australien wehrt sich

Das Korallenriff leidet unter den steigenden Temperaturen. Darum wollen die Vereinten Nationen es als «gefährdet» einstufen. Die australische Regierung versucht das zu verhindern.

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Die Unesco sieht das Great Barrier Reef vor der Küste Australiens durch den Klimawandel stark gefährdet.

Die Unesco sieht das Great Barrier Reef vor der Küste Australiens durch den Klimawandel stark gefährdet.

AFP
Zurzeit tagt die UN-Kulturorganisation im chinesischen Fuzhou. Am Freitag will man entscheiden, ob das Great Barrier Reef auf der roten Liste gefährdeter Naturstätten landet.

Zurzeit tagt die UN-Kulturorganisation im chinesischen Fuzhou. Am Freitag will man entscheiden, ob das Great Barrier Reef auf der roten Liste gefährdeter Naturstätten landet.

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Das Great Barrier Reef dehnt sich über mehr als 344’000 Quadratkilometer aus und ist damit grösser als Italien.

Das Great Barrier Reef dehnt sich über mehr als 344’000 Quadratkilometer aus und ist damit grösser als Italien.

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Darum gehts

  • Die UN-Kulturorganisation (Unesco) will das weltberühmte Great Barrier Reef vor der Küste Australiens schützen.

  • Der Klimawandel gefährde das Korallenriff der Grösse Italiens immer mehr, erklärt die Direktorin. Australien müsse handeln.

  • Die dortige Regierung versucht die Einstufung auf der roten Liste zu verhindern.

Ungeachtet des Widerstands in Australien will das Unesco-Welterbekomitee das vom Klimawandel bedrohte Great Barrier Reef als gefährdete Naturstätte einstufen. Der Entwurf für die Entscheidung «ist ein Vorschlag, die Stätte auf die Liste des gefährdeten Welterbes zu setzen», sagte die Direktorin des Komitees, Mechtild Rössler, am Sonntag auf einer Pressekonferenz während der 44. Sitzung des Gremiums der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (Unesco) in der chinesischen Stadt Fuzhou. Der Vorschlag stehe am Freitag auf der Tagesordnung.

Die Direktorin und der Präsident der 44. Sitzung, Chinas Vizebildungsminister Tian Xuejun, wiesen Spekulationen zurück, dass das weltberühmte Korallenriff vor dem Hintergrund der politischen Spannungen zwischen China und Australien vielleicht auf Betreiben der chinesischen Regierung auf die Liste bedrohter Stätten gesetzt werden könnte. «Die Empfehlung basiert auf den Berichten und den Daten, die uns Australien zur Verfügung gestellt hat», sagte Tian Xuejun. Er wandte sich gegen «grundlose Anschuldigungen».

Aussichten für das Great Barrier Reef stehen «sehr schlecht»

Als Folge des Klimawandels ist das grösste Riff der Welt durch warmes Wasser und Korallenbleiche bedroht. Um zu verhindern, dass es auf die rote Liste kommt, hatte die australische Regierung im Vorfeld der Tagung mehr als ein Dutzend Botschafter zu einem Schnorchelausflug an das Riff eingeladen. Neun der 15 Diplomaten stammten aus Ländern, die bei der Sitzung des Komitees ein Stimmrecht hätten, berichtete die australische Nachrichtenagentur AAP.

Das Great Barrier Reef vor der Ostküste Australiens dehnt sich über mehr als 344’000 Quadratkilometer aus und ist damit grösser als Italien. Es kann mit blossem Auge vom Weltraum aus gesehen werden. In dem Unesco-Entwurf fordert das Welterbekomitee Australien eindringlich auf, Massnahmen gegen den Klimawandel zu treffen. Auch geht es um die Qualität des Wassers rund um das Riff, das seit 1981 Weltnaturerbestätte ist. Die langfristigen Aussichten für das Naturwunder hätten sich von «schlecht» zu «sehr schlecht» entwickelt.

Mehrere Stätten könnten ihren Status verlieren

Klimawandel und seine Auswirkungen auf das Welterbe sind ein wichtiges Thema der Sitzung in Fuzhou. Die Direktorin des Welterbekomitees betonte, die Idee der Liste gefährdeter Stätten sei «ein Aufruf zum Handeln», bei dem die gesamte Weltgemeinschaft zusammenarbeiten sollte. Auch der zuständige Abteilungsleiter der UN-Organisation, Ernesto Ottone, sagte: «Es geht nicht um Bestrafung, sondern darum, wie wir das Erbe für künftige Generationen bewahren.»

Aktuell sind 53 Welterbestätten als gefährdet eingestuft. Erstmals in der Geschichte der Welterbekonvention könnten auf der Sitzung gleich zwei Stätten ihren Titel verlieren: So soll am Sonntag über das Hafenviertel von Liverpool beraten werden, das wegen der «Liverpool Waters» genannten Stadtentwicklung und Infrastrukturprojekte sowie ein geplantes Fussballstadion bedroht ist. Es habe schon seinen Charakter verloren, der zur Einstufung als Welterbe geführt habe, heisst es in einem Unesco-Dokument. Am Montag wird ferner über das Wildreservat Selous in Tansania beraten, in dem ein Damm gebaut werden soll.

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(DPA/pme)

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