William und Harry kritisieren BBC - «Unethische Praktiken haben sie das Leben gekostet»
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William und Harry kritisieren BBC«Unethische Praktiken haben sie das Leben gekostet»

Eine Untersuchung warf einem Journalisten der BBC «betrügerisches Verhalten» vor, mit dem dieser ein aufsehenerregendes Interview mit Prinzessin Diana bekommen habe. Ihre Söhne reagieren nun – Harry sagt, das Problem gehe über die BBC hinaus.

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Das Interview wurde von einer Rekordzahl von 22,8 Millionen Zuschauern verfolgt.

Das Interview wurde von einer Rekordzahl von 22,8 Millionen Zuschauern verfolgt.

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Prinzessin Diana machte die Affäre ihres Mannes Charles mit seiner heutigen Frau Camilla indirekt für das Scheitern ihrer Ehe verantwortlich.

Prinzessin Diana machte die Affäre ihres Mannes Charles mit seiner heutigen Frau Camilla indirekt für das Scheitern ihrer Ehe verantwortlich.

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Bashir hat die Rundfunkanstalt aus gesundheitlichen Gründen verlassen.

Bashir hat die Rundfunkanstalt aus gesundheitlichen Gründen verlassen.

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Darum gehts

  • Im November 1995 strahlte die BBC ein legendäres Interview mit Prinzessin Diana aus.

  • Der Journalist hatte vor dem Interview Prinzessin Diana angelogen.

  • Bashir hat die Rundfunkanstalt inzwischen aus gesundheitlichen Gründen verlassen.

Die britischen Prinzen William und Harry haben dem Sender BBC und anderen Medien unethische Praktiken vorgeworfen. Sie äusserten sich am Donnerstag, nachdem eine Untersuchung zum Schluss gekommen war, dass ein Journalist der BBC «betrügerisches Verhalten» angewandt habe, um an das aufsehenerregende TV-Interview mit Prinzessin Diana 1995 zu kommen. William sagte, er sei der Meinung, «dass die betrügerische Art und Weise, wie das Interview erhalten wurde, erheblich beeinflusst hat, was meine Mutter gesagt hat».

Und: «Das Interview hat erheblich dazu beigetragen, die Beziehung meiner Eltern zu verschlechtern und hat seitdem unzählige andere verletzt», sagte William. «Es verursacht unbeschreibliche Traurigkeit zu wissen, dass das Versagen der BBC zu ihrer Angst, Paranoia und Isolation beigetragen hat, an die ich mich aus diesen letzten Jahren mit ihr erinnere». Diana starb 1997 nach einem Autounfall.

Dianas Bruder Charles Spencer hatte erneut Vorwürfe erhoben, dass der Journalist Martin Bashir unechte Dokumente und andere unehrliche Taktiken angewandt habe, um Diana zu dem Interview zu überreden. In einem Bericht im Auftrag der BBC vom Donnerstag stand, dass Bashir «auf betrügerische Weise» gehandelt habe und gegen BBC-Regeln verstossen habe. Der Bericht warf der BBC vor, das, was ihr über das Vorgehen von Bashir bekannt gewesen sei, vertuscht zu haben.

Schritt Richtung Gerechtigkeit

Harry teilte mit, das Problem gehe über die BBC hinaus. Die Auswirkungen «einer Kultur der Ausbeutung und unethischer Praktiken haben sie letztendlich das Leben gekostet», schrieb er zu Diana. «An diejenigen, die eine Art von Verantwortung übernommen haben, danke, dass Sie sich dazu bekannt haben. Das ist der erste Schritt in Richtung Gerechtigkeit und Wahrheit.»

Bashir war vergangene Woche aus gesundheitlichen Gründen aus der BBC ausgeschieden. Der 58-Jährige leidet an Komplikationen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion. Bashir teilte in einer Stellungnahme mit, er bedauere es zutiefst, Bankdokumente gefälscht zu haben. Das sei «eine dumme Sache» gewesen. Es sei aber nicht für «die persönliche Entscheidung von Prinzessin Diana» verantwortlich gewesen, «an dem Interview teilzunehmen». Spencer hat Bashir vorgeworfen, die Bankdokumente verwendet zu haben, um sein Vertrauen zu erlangen, damit er ihm Diana vorstellen würde.

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(DPA/roy)

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