Unfähiger US-Manager erhält 250 Millionen
Aktualisiert

Unfähiger US-Manager erhält 250 Millionen

Der in die Kritik geratene Robert Nardelli, Boss der angeschlagenen US-Baumarktkette Home-Depot, ist gefeuert worden. Unter ihm verloren die Aktien des Unternehmens 15 Prozent an Wert. Dafür wird er jetzt mit einem Abfindungspaket im Wert von etwa 210 Mio. Dollar (250 Mio. Franken) belohnt.

Man habe sich mit Nardelli darauf geeinigt, dass er seine Posten als Konzernchef und Direktoriumsvorsitzender räume, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Zum Nachfolger wurde der stellvertretende Vorsitzende des Führungsgremiums, Frank Blake, ernannt.

Analysten sind überrascht

Nardellis Abgang schüre Spekulationen, wonach das Unternehmen zum Verkauf stehen könnte, hiess es bei Analysten. Über den Grund für den abrupten Abgang wurde nichts bekannt. Analysten zeigten sich über den Zeitpunkt des Abgangs und die Höhe der Abfindung verwundert.

«Was mich wirklich überrascht ist, dass der Typ mit 210 Millionen Dollar davonmarschiert», sagte Marktexperte Richard Steinberg. «Das zeigt wieder einmal, dass dieses System so sehr darauf angelegt ist, die Firmenchefs unabhängig von ihrer Leistung zu bezahlen.»

Regelmässig in der Kritik

Nardelli war vergangenes Jahr in die Schusslinie der Investoren geraten. So wurde kritisiert, dass er für seine Leistung zu gut bezahlt werde. Von seinem Amtsantritt Ende 2000 bis Mai hatte der ehemalige General-Electric-Manager etwa 120 Mio. Dollar erhalten; darin sind Aktienoptionen nicht eingerechnet.

Im selben Zeitraum gab der Kurs der Home-Depot-Papiere jedoch um etwa 15 Prozent nach. «Wenn man gut bezahlt wird und das Geld nicht an die Aktionäre weiterreicht, ist man gefährdet», sagte Steinberg.

Überdies zeigten sich die Investoren enttäuscht über Nardellis Auftreten bei der jüngsten Aktionärsversammlung. Nardelli weigerte sich, dabei auf die Fragen der Aktionäre zu antworten.

Immobilienmarkt abgekühlt

Home Depot leidet unter der Abkühlung auf dem US-Immobilienmarkt und hat seine Gewinn- und Umsatzprognosen deutlich nach unten korrigiert. Das Unternehmen wird aber auch durch Ermittlungen im Zusammenhang mit einem Optionsprogramm belastet.

Durch die Rückdatierung von Optionen seien dem Unternehmen Kosten in Höhe von 200 Mio. Dollar entstanden, teilte Home Depot kürzlich mit. Nardelli oder ein anderes amtierendes Mitglied des Führungsgremiums sei dafür jedoch nicht verantwortlich gewesen.

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