Dank an Russen: Unfreiwillige Spender sollen Zyprer werden
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Dank an RussenUnfreiwillige Spender sollen Zyprer werden

Sie mussten Millionen für die Rettung Zyperns abliefern – jetzt kriegen die reichen Russen im Inselstaat wenigstens einen EU-Pass. Damit können sie die Visa-Restriktionen für ihr Heimatland umgehen.

von
hhs
Diese Russen demonstrierten im März in Nikosia gegen die Zwangsabgabe auf ihre Vermögen. Jetzt erhalten sie wenigstens den zyprischen Pass - falls sie reich genug sind.

Diese Russen demonstrierten im März in Nikosia gegen die Zwangsabgabe auf ihre Vermögen. Jetzt erhalten sie wenigstens den zyprischen Pass - falls sie reich genug sind.

Der zyprische Präsident Nikos Anastasiades hat Ausländern, die durch die Bedingungen für die EU-Hilfen mindestens drei Millionen Euro verloren haben, die zyprische Staatsbürgerschaft angeboten.

Seine Regierung arbeite derzeit an einer Reihe von Massnahmen, um den «Schaden für die russische Business-Gemeinde» zu begrenzen, sagte Anastasiades am Sonntag vor russischen Geschäftsleuten in der Küstenstadt Limassol. Die Massnahmen sollten ab Montag bei einer zweitägigen Kabinettstagung verabschiedet werden.

Eine EU-Staatsbürgerschaft ist für viele Russen unter anderem wegen der für russische Staatsbürger geltenden Visa-Beschränkungen interessant.

Mehr als 30 Milliarden gebunkert

Die Ratingagentur Moody's schätzt die Einlagen von Russen bei zyprischen Banken auf insgesamt 31 Milliarden Euro. Wer mehr als 100'000 Euro auf einem zyprischen Konto hat, ist von einem Zwangsabschlag von bis zu 60 Prozent betroffen.

Dies war im Rahmen des Rettungsplans für die von der Pleite bedrohte Mittelmeerinsel beschlossen worden. Die Euro-Staaten und der Internationale Währungsfonds (IWF) hatten Zypern Ende März Notkredite in Höhe von zehn Milliarden Euro zugesagt. (hhs/sda)

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