Aktualisiert 21.11.2011 13:15

Schuldenkrise

Ungarn kämpft gegen den Staatsbankrott

Im harten Kampf gegen die Finanzkrise muss Ungarn erneut um Hilfe beim IWF und der EU bitten. Das Land hatte bereits 2008 20 Milliarden Euro erhalten.

Ungarn kämpft gegen die drohende Pleite.

Ungarn kämpft gegen die drohende Pleite.

Ungarn hat den Internationalen Währungsfonds (IWF) und Europa um finanzielle Unterstützung im Kampf gegen die Finanzkrise gebeten. «Der IWF hat eine Anfrage von der ungarischen Regierung zu möglicher finanzieller Unterstützung erhalten», teilte IWF-Chefin Christine Lagarde am Montag in einer Erklärung mit.

Ein ähnliches Schreiben des EU-Landes, das nicht der Eurozone angehört, sei an die Europäische Kommission gegangen. Die ungarische Regierung habe dabei betont, dass die Ersuchen um Hilfe «vorbeugend» seien. Durch die Hilfeersuchen können IWF und EU nun offizielle Verhandlungen mit Budapest über eine Unterstützung aufnehmen.

Kurz vor Ramschniveau

Ungarn steht an den Finanzmärkten seit Wochen unter Druck. Dem Land droht eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau. Die drei grossen Agenturen Fitch, Moody's und Standard & Poor's bewerten die Bonität derzeit mit nur einem Punkt darüber.

Die konservative Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban versicherte mehrfach, dass sie die Neuverschuldung unter drei Prozent der Wirtschaftsleistung drücken will. Zudem verwies sie darauf, dass die Gesamtverschuldung des Landes im vergangenen Jahre von 81 auf 73 Prozent des Bruttoindlandprodukts (BIP) gesenkt worden sei.

IWF und EU hatten Ungarn 2008 mit einem Notkreditpaket von 20 Milliarden Euro vor dem Staatsbankrott bewahrt. Die letzten Verhandlungen mit dem IWF hatte Ungarn allerdings im Sommer 2010 abgebrochen. (sda)

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