Aktualisiert

65 Prozent der StimmenUngarns Rechte dominiert Gemeindewahlen

Bei den Kommunalwahlen in Ungarn hat die rechtskonservative Fidesz-Partei von Ministerpräsident Viktor Orban einen überwältigenden Sieg errungen.

Ministerpräsident Viktor Orban (rechts) liegt mit seiner Fidesz-Partei in Führung. Im Bild: Orban trifft bei einem Wahllokal in Budapest ein.

Ministerpräsident Viktor Orban (rechts) liegt mit seiner Fidesz-Partei in Führung. Im Bild: Orban trifft bei einem Wahllokal in Budapest ein.

Nach Hochrechnungen des ungarischen Fernsehens holte Orbans Partei Fidesz am Sonntag landesweit etwa 65 Prozent der Stimmen. Die Partei wiederholte damit den Triumph der Parlamentswahl im April. Künftig werden alle 19 regionalen Verwaltungseinheiten, die sogenannten Komitate, von Fidesz dominiert. In der Hauptstadt Budapest nahm ein enger Vertrauter von Regierungschef Orban, Istvan Tarlos, den Sozialisten das Bürgermeisteramt ab.

«Dieser Sieg schliesst den 1990 mit dem Fall des Kommunismus eingeleiteten Systemwechsel ab», sagte Orban in Budapest. Seine Fidesz-Partei verfügt gemeinsam mit den verbündeten Christdemokraten (KDNP) seit der Wahl im April im ungarischen Parlament über eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Die zuvor regierenden Sozialisten waren mit nur rund 19 Prozent abgestraft worden.

Ziel der Regierung Orban ist es, die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Die weltweite Finanzkrise hatte Ungarn besonders hart getroffen. Im Herbst 2008 konnte ein Staatsbankrott nur mit einem 20 Milliarden Euro schweren Hilfspaket von EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank abgewendet werden. Ungarn ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union, hat aber nicht den Euro als Zahlungsmittel. (sda)

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