Masern: Ungeimpfte Kinder von Schule ausgeschlossen
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MasernUngeimpfte Kinder von Schule ausgeschlossen

Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt, nicht geimpfte Kinder und Lehrer bis zu drei Wochen von der Schule auszuschliessen. In den Kantonen Schwyz und Uri wurden bereits Schüler nach Hause geschickt.

von
ame
Nicht gegen Masern geimpfte Kinder sollen bis zu drei Wochen von der Schule ausgeschlossen werden. Dies empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit.

Nicht gegen Masern geimpfte Kinder sollen bis zu drei Wochen von der Schule ausgeschlossen werden. Dies empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit.

Im April hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) neue Richtlinien zur Bekämpfung von Masern erlassen. Bei einem Masernausbruch können nicht immune Kinder und Lehrpersonen, die Kontakt zu ansteckenden Personen hatten, während dreier Wochen von der Schule ausgeschlossen werden, sagt BAG-Sprecherin Mona Neidhardt gegenüber der «NZZ». «Das ist die einzige Möglichkeit, weitere Ansteckungen zu verhindern.» Die Richtlinien sollen auch für ungeimpfte Angestellte von Krippen und Kindertagesstätten gelten.

In der Zentralschweiz wurden diese Empfehlungen bereits umgesetzt. Neben mehreren Gymnasien im Kanton Schwyz werden neuerdings auch im Kanton Uri Kinder bis zu drei Wochen von Schule oder Krippe ausgeschlossen. Die Zentralschweiz ist mit 15 Fällen im Kanton Schwyz und 12 Fällen im Kanton Uri seit Anfang Juni das am stärksten von Masern betroffene Gebiet der Schweiz.

Impfung wird nicht obligatorisch

Bleibt noch die Frage, ob ein temporärer Schulausschluss nicht einen Eingriff in das Recht auf Grundschulunterricht darstellt. Beim Bund ist man sich dieser Problematik zwar bewusst, Neidhart verweist aber auf das geltende Epidemiegesetz. Laut diesem können Personen, die eine übertragbare Krankheit weiterverbreiten können, abgesondert werden.

Eine Impfpflicht ist für Neidhart aber weiterhin kein Thema: «Es ist nicht vorgesehen, die Masernimpfung für obligatorisch zu erklären.» Die neuen Richtlinien des BAG enthalten aber die Empfehlung, eine Impfung als Anstellungsbedingung in Schulen, nachobligatorischen Bildungsinstitutionen, Krippen und Kindertagesstätten für verbindlich zu erklären. Da nicht geimpfte Lehrpersonen und Kinderbetreuerinnen so in Zukunft nur schwer eine Anstellung bekommen würden, spricht der Urner Kantonsarzt Philipp Gamma von einem «sanften Impfzwang».

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