2G in Impfzentren – «Ungeimpftes Personal ist so glaubwürdig wie ein veganer Metzger»
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2G in Impfzentren«Ungeimpftes Personal ist so glaubwürdig wie ein veganer Metzger»

Ab Montag dürfen in den Baselbieter Impfzentren nur noch Geimpfte und Genesene arbeiten. Das hat der Kanton so veranlasst. Ungeimpftes Personal sei nicht glaubwürdig, erklärt das kantonale Covid-Management.

von
Lukas Hausendorf
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Mitarbeitende des Baselbieter Impfzentrums müssen ab Montag geimpft oder genesen sein.

Mitarbeitende des Baselbieter Impfzentrums müssen ab Montag geimpft oder genesen sein.

20 Minuten
Das hat das kantonale Covid-Management entschieden. In einem Brief wurde dies den Mitarbeitenden mitgeteilt. Wer die Vorgabe nicht erfülle verliere seinen Arbeitsvertrag.

Das hat das kantonale Covid-Management entschieden. In einem Brief wurde dies den Mitarbeitenden mitgeteilt. Wer die Vorgabe nicht erfülle verliere seinen Arbeitsvertrag.

Prime News
Der Kanton begründet die Massnahme mit der Glaubwürdigkeit. Es sei nicht vertrauenserweckend, wenn Mitarbeitende im Impfzentrum selbst nicht geimpft seien, sagt Wirz gegenüber Prime News.

Der Kanton begründet die Massnahme mit der Glaubwürdigkeit. Es sei nicht vertrauenserweckend, wenn Mitarbeitende im Impfzentrum selbst nicht geimpft seien, sagt Wirz gegenüber Prime News.

20min/Community

Darum gehts

  • Mitarbeitende der Impfzentren im Kanton Baselland müssten ab Montag geimpft oder genesen sein.

  • Diese Massnahme des kantonalen Covid-Managements ist in der Schweiz bis jetzt einmalig.

  • Begründet wird dies mit der Glaubwürdigkeit, eine rechtliche Grundlage dafür gibt es aber nicht.

In den Baselbieter Impfzentren gilt für Mitarbeitende ab Montag die 2G-Regel. Wer nicht geimpft oder genesen ist, darf dort nicht mehr arbeiten. Das hat der Kanton Basel-Landschaft entschieden, der in Muttenz und demnächst wieder in Laufen Impfzentren unterhält. Die Mitarbeitenden wurden darüber über ein internes Schreiben der Firma Careanesth, die für den Kanton die Personalrekrutierung in den Impfzentren abwickelt, informiert. Das berichtet Prime News am Freitag.

Betroffen von der neuen Regelung sind rund 100 Mitarbeitende. Das kantonale Covid-Management geht davon aus, dass weniger als zehn Prozent des Personals die 2G-Regel nicht erfüllen. Diese haben die Möglichkeit sich übers Wochenende mit einer Erstimpfung ihre Stelle zu sichern. Andernfalls müssen sie sich einen neuen Job suchen. Wenngleich Rolf Wirz, Sprecher der kantonalen Gesundheitsdirektion, sagt, dass man mit diesen Personen zunächst das Gespräch suchen würde. Wirz sagt aber auch: «Es wird ja niemand gezwungen, dieser Arbeit nachzugehen. Wer sich nicht impfen lassen will und sich nicht mit der Impfung identifiziert, kann die Stelle wechseln.»

Der Kanton begründet die Massnahme mit der Glaubwürdigkeit. Es sei nicht vertrauenserweckend, wenn Mitarbeitende im Impfzentrum selbst nicht geimpft seien, sagt Wirz gegenüber Prime News. «Das ist etwa so glaubwürdig wie ein veganer Metzger.»

Baselbieter Alleingang bis jetzt beispiellos

Wie es um die rechtliche Grundlage des Entscheids steht, ist indes unklar. Eine solche konnte der Kanton bis jetzt nicht vorlegen. Der Entscheid wurde auch nicht von der Regierung sondern vom Covid-Management, das der Gesundheitsdirektion unterstellt ist, gefällt. Dieser Alleingang ist in der Schweiz bis jetzt beispiellos. Für Gesundheitseinrichtungen in beiden Basel gilt seit kurzem die Zertifikatspflicht für Besuchende und Mitarbeitende.

Im basel-städtischen Impfzentrum ist 2G vorderhand ebenfalls kein Thema und sei auch nicht geplant, stellt die Sprecherin des Basler Gesundheitsdepartements klar.

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