Aktualisiert 27.08.2012 10:09

Krummenacher zittert«Ungewissheit macht mich fertig»

Randy Krummenacher muss in Kürze Top-Resultate liefern, sonst ist er seinen Job los. Der Druck von Teamchef Marco Rodrigo setzt dem 22-jährigen Schweizer zu.

von
Klaus Zaugg, Brünn

Die Situation ist für Töffstar Randy Krummenacher (22) nach dem GP von Tschechien unhaltbar geworden. Teamchef Marco Rodrigo fordert bis zum Rennen in Misano (in drei Wochen) bessere Resultate. Sonst wird der Vertrag mit Randy Krummenacher nicht verlängert (20 Minuten Online berichtete).

Unter diesen Umständen blieb der Zürcher in Brünn erneut weit unter seinem Potenzial (22.). Noch am Freitag war bei ihm im Interview mit 20 Minuten Online mehr Trotz und «so-erst-recht-Energie» als Verunsicherung zu spüren. Aber nach dem ernüchternden Resultat in Brünn ist er völlig ratlos. «So kann es nicht weitergehen», sagte Krummenacher nach dem Rennen gegenüber 20 Minuten Online. «Ich hoffe, dass ich bald Klarheit habe, wie es weitergeht.»

Der extreme Leistungsdruck (klar bessere Resultate oder keinen neuen Vertrag und damit drohendes Karrieren-Ende) hat auf den hoch talentierten aber eben auch sensiblen Rennfahrer offensichtlich eine verheerende Wirkung. Sein Teamchef sagt, er mache auf seinen Fahrer nicht Druck. «Den Druck mache nicht ich. Sondern die Fahrer draussen auf der Strecke, die schneller sind als Randy. Wer zu einem Rennen antritt, muss diesen Druck aushalten», so Rodrigo.

«Fahr so schnell du kannst»

Aber ganz wohl ist es Marco Rodrigo inzwischen auch nicht mehr. «Hoffentlich passiert in den restlichen Rennen dieser Saison kein Unfall.» Die Gesundheit seines Fahrers liegt ihm sehr am Herzen. «Ich habe Randy klar gesagt: Fahr so schnell du kannst, aber bring dich nicht in Gefahr. Es geht bloss um ein Motorradrennen und wenn du einmal 50 bist, fragt kein Mensch mehr nach den Resultaten von Brünn und Misano in der Saison 2012.» Und er ahnt: Bei einem Rennunfall (Krummenacher ist diese Saison bereits neunmal gestürzt) würde er als Teamchef wegen der angespannten Situation wohl mitverantwortlich gemacht.

16-jähriger Schweizer vor Moto2-Debüt

Marco Rodrigo geht davon aus, dass die meisten Sponsoren nächste Saison auch dann mitmachen, wenn Randy Krummenacher nicht mehr in seinem Team fahren sollte. «Sie machen wegen der Philosophie mit, die wir vertreten und nicht wegen eines einzelnen Fahrers.» Die Philosophie: Junge Fahrer ausbilden und an die Weltspitze heranführen. 2014 wird mit Jesko Raffin (16) wieder ein Schweizer bereit sein für das GP-Abenteuer Moto2-WM. Piloten kommen und gehen, Marco Rodrigos Team bleibt bestehen.

Randy Krummenacher hofft, dass er bereits nach dem nächsten Rennen in drei Wochen in Misano Klarheit hat, wie es mit seiner Karriere weitergeht. «Ich werde in den nächsten Tagen das Gespräch mit Marco Rodrigo suchen, um die Situation zu klären. Die Ungewissheit macht mich fertig.»

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