Aktualisiert 24.06.2004 16:55

Unglücksbus: Bremsen manipuliert

Das schwere Busunglück in Westfrankreich mit 12 Toten und 29 Verletzten geht möglicherweise auch auf technische Manipulationen zurück.

Am schweren Gepäckanhänger des mit 50 Marokkanern besetzten Busses seien die Bremsen gekappt gewesen, teilten am Donnerstag die Ermittlungsbehörden in Poitiers mit. Dies erlaube eine höhere Geschwindigkeit.

Der Fahrtenschreiber sei so verändert worden, dass Daten manipuliert werden konnten. Ein dritter Busfahrer werde zwar in den Papieren aufgeführt, sei aber nicht an Bord gewesen.

Der Fernbus war am Dienstagabend auf dem Weg von Brüssel nach Marokko bei schwerem Umwetter auf der vierspurigen Strecke ins Schleudern geraten und über die Leitplanke gestürzt.

Das belgische Verkehrsministerium teilte am Donnerstag mit, das Busunternehmen habe keine Lizenz zur Aufnahme von Passagieren am Brüsseler Hauptbahnhof besessen. Es gebe ein Problem «wilder» Passagiertransporte zwischen Belgien und Marokko.

Der Unglücksfahrer wurde am Donnerstag festgenommen und verhört. Zuvor war er ärztlich versorgt worden. Einige Überlebende sagten aus, der Fahrer sei zu schnell gefahren.

Andere erklärten, der Gepäckanhänger sei bei einem Überholmanöver ins Schlingern geraten. Der Ersatzfahrer war bereits am Mittwoch vorübergehend festgenommen und verhört worden.

(sda)

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