Aktualisiert 05.07.2012 16:47

Costa ConcordiaUnglückskapitän Schettino ein halbfreier Mann

Der Kapitän des havarierten Kreuzfahrtschiffs «Costa Concordia» darf wieder unter Leute. Sein Hausarrest wurde aufgehoben, aber seinen Heimatort darf er nach wie vor nicht verlassen.

von
jbu

Knapp sechs Monate nach der Havarie der «Costa Concordia» darf sich der schwer beschuldigte Kapitän Francesco Schettino wieder frei in seinem Heimatort bewegen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Ansa. Schettinos Verteidiger habe die entsprechende Anordnung der Untersuchungsrichterin öffentlich gemacht und mitgeteilt, auch die Staatsanwälte hätten dem zugestimmt.

Diese hatten vor Monaten noch Untersuchungshaft für Schettino gefordert. Gerichte hatten den Hausarrest für Schettino bestätigt. Die Hintergründe der jüngsten Entscheidung waren zunächst unklar.

«Ich bin stolz auf Schettino»

Bei der Havarie des Kreuzfahrtschiffes der Genueser Reederei Costa Crociere waren am 13. Januar 30 Menschen ums Leben gekommen. Zwei Menschen werden immer noch vermisst. Die «Costa Concordia» war in der Unglücksnacht zu nahe an die toskanische Insel Giglio herangefahren, hatte einen Felsen gerammt und war mit mehr als 4200 Menschen an Bord gekentert. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Kapitän unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie und Verlassen seines Schiffes während der nächtlichen Evakuierung vor. (jbu/sda)

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