Aktualisiert 23.10.2008 15:00

Türkische Einrichtungen

Unheimliche Brandanschlagserie geht weiter

Erneut fliegen Molotow-Cocktails gegen türkische Einrichtungen. Die neuesten Fälle betreffen ein Vereinslokal in Wattwil und eine Moschee in Bellach. In Deutschland bekannte sich die PKK zu den Anschlägen. Die Serie nimmt kein Ende.

Zwei weitere Brandanschläge in der Schweiz: Wie heute bekannt wurde, haben unbekannte Täter in einem türkischen Vereinslokal in Wattwil (SG) Feuer gelegt. Sie warfen mehrere Brandsätze und faustgrosse Steine gegen die Hausfassade. Ein Brandsatz durchschlug die Eingangstüre, wobei die Holztreppe Feuer fing. Der Brand wurde um 01.30 Uhr bemerkt und durch die Feuerwehr gelöscht.

Drei Anschläge in einer Nacht

Im solothurnischen Bellach haben ebenfalls in der Nacht auf heute unbekannte Täter einen Brandanschlag auf die türkische Beyazit-Moschee der Schweizerisch Islamischen Glaubensgemeinschaft verübt. Die Kantonspolizei Solothurn geht momentan nicht von einem politisch motivierten Anschlag aus, wie sie auf Anfrage von 20 Minuten Online sagte. In der fraglichen Nacht hätten sich in der Gegend jugendliche Mofalenker aufgehalten, die für die Tat in Frage kommen könnten. Ausschliessen kann sie zurzeit allerdings nichts.

Damit wurden allein in dieser Nacht mindestens drei Brandanschläge auf türkische Einrichtungen in der Schweiz verübt. Bereits am Morgen wurde bekannt, dass in Winterthur ein Lokal Ziel eines Anschlags wurde.

Internationale Aufregung der Kurden

Krawalle in der Türkei, Brandanschläge und Demonstrationen in Österreich, Deutschland und der Schweiz: Die unheimliche Serie nahm ihren Anfang, als vergangenen Donnerstag die Anwälte Abdullah Öcalans erklärt hatten, dass der Gründer der kurdischen Arbeiterpartei (PKK) im Gefängnis Morddrohungen erhalten habe und von seinen Wärtern körperlich misshandelt wurde. Während es in der Türkei zu schweren Strassenschlachten zwischen der Polizei und kurdischen Demonstranten kam, bei denen auch eine Person verstarb, häufen sich in der Schweiz, Deutschland und Österreich die Brandanschläge auf türkische Lokale und Reisebüros. Innert der vergangenen sieben Tage sind mindestens 15 Anschläge verübt worden. Alleine in der Schweiz sind damit seit Samstag mindestens sieben Anschläge verübt worden.

Ob die Anschläge mit den Vorfällen in der Türkei zusammenhängen, ist noch nicht geklärt. In Deutschland gibt es Anzeichen dafür, dass die PKK für die Attacken verantwortlich ist. Laut «Welt Online» hat die Hamburger Polizei nach den drei Anschlägen am vergangenen Samstag und Montag in Hamburg ein Bekennerschreiben der PKK erhalten. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Anschläge mit den Berichten über die Misshandlung von Öcalan zusammenhängen. «Wir haben die Täter nicht – aber das Motiv kommt aus dem Bereich der PKK-Sympathisanten», wird der Polizeisprecher auf Welt Online zitiert.

(ami/meg/sda)

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