Unhold greift Tramchauffeuse an: Gefängnis
Aktualisiert

Unhold greift Tramchauffeuse an: Gefängnis

2,5 Jahre ins Gefängnis muss ein heute 24-jähriger Mann, der 1999 eine Tramchauffeuse während der Fahrt angegriffen hatte.

Das Baselbieter Strafgericht sprach ihn der vollendeten und versuchten sexuellen Nötigung sowie der Gefährdung des Lebens schuldig.

In einer Oktobernacht hatte er nach Mitternacht in Pratteln BL ein 14er-Tram bestiegen und nach einem normalen Geplauder plötzlich die Türe zum Tramführerstand aufgerissen. Auf der Höhe von Muttenz drängte er die Chauffeuse, die gerade noch den Alarmknopf drücken konnte, von ihrem Platz und dann in den leeren ersten Wagen.

Er würgte sie, bis ihr schwarz vor Augen wurde. Zudem beschimpfte er die Frau, die unfähig war, Widerstand zu leisten, unflätig und zog ihr die Hose herunter. Unvermittelt liess er von ihr ab, stieg aus und flüchtete.

Das Gericht wertete diese Tat als vollendete sexuelle Nötigung. Das Würgen habe laut Gutachten das Opfer in Lebensgefahr gebracht. Der Ablauf war unbestritten; der Täter machte jedoch Gedächtnislücken geltend und verwies auf seinen Kokainkonsum.

Gericht glaubt Frau

Das Gericht ordnete eine ambulante Behandlung im Strafvollzug an. Es verurteilte den Mann aus dem früheren Jugoslawien überdies zu zehn Jahren Landesverweis. Auch eine siebentägige Vorstrafe wird nun vollzogen.

Zwei Jahre nach dem Angriff im Tram griff der Mann spätnachts in Münchenstein BL eine Fussgängerin an. Erst als ein Securitas- Wächter erschien, der ihre Schreie gehört hatte, liess er von ihr ab und flüchtete.

Vor Gericht behauptete er, die Frau habe ihn angegriffen. Doch das Gericht glaubte den Aussagen der Frau, die selbst eigenen Drogenkonsum eingeräumt habe. Der Wächter habe die Gegenwehr der Frau beobachtet. Unschuldig hätte der Mann ja gar nicht flüchten müssen, hielt die Gerichtspräsidentin fest.

Bei diesem zweiten Gewaltakt sei die sexuelle Nötigung wohl nur darum versucht geblieben und nicht vollzogen worden, weil der Wächter kam. Ein anderer als ein sexueller Hintergrund sei für das Gericht «nicht plausibel».

(sda)

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