Uni Bern: Ein Forscher bricht das Gentech-Tabu
Aktualisiert

Uni Bern: Ein Forscher bricht das Gentech-Tabu

Philipp Aerni, Wissenschaftler an der Uni Bern, bringt erstmals gentechnisch veränderte Lebensmittel auf den Markt. Er testet, ob die Schweizer billigen Gen-Food Bio-Produkten vorziehen.

Die Schweiz erlebt dieses Jahr eine absolute Premiere: Schon bald gibt es im Land zum ersten Mal gentechnisch manipulierte Lebensmittel zu kaufen. Der Grund: Philipp Aerni, Wissenschaftler an der Universität Bern, will herausfinden, wie die Schweizer auf angebotenen Gen-Food reagieren. Statt einfach eine Umfrage zum Thema zu starten, macht der Wissenschaftler den Praxistest. Denn: «Viele Leute sagen zwar, sie seien gegen Gentech. Aber ob sie im Laden dann nicht doch lieber die billigeren, manipulierten Sachen kaufen, ist fraglich», so Aerni.

Für seine Studie wird der Agrarökonom in grösseren Schweizer Städten an Ständen billiges Brot aus manipuliertem Maismehl neben teurerem, herkömmlichem Brot und Bio-Brot anbieten. «Die Preise verändern wir täglich, um herauszufinden, ab welcher Differenz die Leute auf das Gentech-Brot zugreifen», kündigt Aerni an. Wann genau die Testverkäufe stattfinden, bleibt geheim. Denn: «Die Leute sollen nicht gleich wissen, dass sie an einer Studie teilnehmen», so Aerni.

Nina Jecker

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