16.04.2018 10:42

Zürcher KantonsratUni erhält zusätzliche 55 Mio Fr für Irchel-Ausbau

Für die fünfte Bauetappe auf dem Irchel-Campus stehen 195 Millionen Franken zur Verfügung. Der Zürcher Kantonsrat stockte um 55 Millionen Franken auf.

Der Zürcher Kantonsrat hat das Projekt am Montag nun um 55,44 Millionen Franken aufgestockt.

Der Zürcher Kantonsrat hat das Projekt am Montag nun um 55,44 Millionen Franken aufgestockt.

Keystone/Steffen Schmidt

Für 195 Millionen Franken wird derzeit die fünfte Bauetappe an der Universität Zürich-Irchel realisiert. Der Kantonsrat hat das inhaltlich zwischenzeitlich abgespeckte Projekt am Montag nun um 55,44 Millionen Franken aufgestockt – oppositionslos, aber nicht kritiklos.

Der Kredit für dieses Erweiterungsprojekt wurde mit 165 Ja-Stimmen ohne jegliche Gegenstimmen und Enthaltungen genehmigt. Auch die zuständige Kommission hatte sich einstimmig für den Kredit ausgesprochen, wie Erich Bollinger (SVP, Rafz) sagte. «Die Begeisterung ist aber kleiner, als es die Einstimmigkeit erwarten lässt.» Bollinger forderte in Zukunft eine «verlässlichere Planung».

«Planerisches Fehlleistung»

Christan Mettler (SVP, Zürich) bezeichnete das Vorgehen als «stossend». Als «sonderbar» stuften es die Grünen ein: In Zürich-Irchel werde bereits gebaut, nun diskutiere der Kantonsrat darüber, wie viele Etagen das Gebäude haben soll, sagte Martin Neukom (Winterthur).

Andrew Katumba (SP, Zürich) sprach von einem eigentlichen Nachtragskredit, der im Deckmantel eines unscheinbaren Objektkredites daherkomme. «Die fünfte Bauetappe ist eine planerische Fehlleistung.»

Kosten angstiegen

Denn den ersten Kredit für diese Bauetappe an der Universität Zürich-Irchel (UZI 5) über 195 Millionen Franken hatte der Kantonsrat erst vor fünf Jahren im Februar 2013 gesprochen. Als das Projekt dann «in wesentlichen Teilen weiterentwickelt» und die Bedürfnisse der Uni «konkreter spezifiziert» wurden, stiegen auch die Kosten an, wie die Regierung in ihrem Antrag schrieb.

Um den Kredit einzuhalten, wurde schliesslich auf den Ausbau von Laborflächen in zwei Geschossen vorläufig verzichtet. Zudem sind, wie es im Antrag weiter heisst, auch sinnvolle und für die Universität strategisch wichtige Teile des ursprünglichen Projektes weggelassen worden.

Wichtige Bestandteile umsetzen

Die Regierung erarbeitete nun das Erweiterungsprojekt: Damit soll die Möglichkeit geschaffen werden, die für die Forschungs- und Lehrtätigkeit der Universität Zürich (UZH) sowie die für die Entwicklung des Campus Irchel wichtigen Projektbestandteile umsetzen zu können.

Vorgesehen ist unter anderem, dass im Neubau des Laborgebäudes ein zusätzliches Geschoss errichtet wird und dass in den Geschossen L und M Laborflächen ausgebaut werden. «Mit dem Erweiterungsprojekt kann sehr rasch und günstig ein erheblicher Zusatznutzen umgesetzt werden», begründete die Regierung ihren Antrag.

Kritische Stimmen

«Eine Realisierung zu einem späteren Zeitpunkt würde zu erheblichen Mehrkosten führen», führte Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) aus.

Auch wenn es zum Vorgehen und dem notwendig gewordenen Erweiterungsprojekt am Montag im Rat viele kritische Stimmen gab, passierte der Kredit dennoch im Sinne der Sache oppositionslos. Denn das Bildungsprojekt an sich sei ja unbestritten, sagten mehrere Redner sinngemäss.

Baustart der fünften Etappe im Sommer

Der Baustart der fünften Etappe erfolgte im Sommer 2017. Das Erweiterungsprojekt wird nahtlos an diese Bauarbeiten anschliessen. Die Inbetriebnahme von UZI 5 dürfte nun ein halbes Jahr später – Mitte 2021 – erfolgen. (sda)

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