Aktualisiert 28.03.2019 14:06

Zürich

Uni setzt bei Masern auf Eigenverantwortung

An der Uni Zürich sind zwei Personen an Masern erkrankt. Den Studenten wird eine Impfung empfohlen. Im schlimmsten Fall droht Zutrittsverbot.

von
mon
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Zwei Studenten der Universität Zürich-Nord sollen an Masern erkrankt sein. Per Mail wurden die Studenten darüber informiert.

Zwei Studenten der Universität Zürich-Nord sollen an Masern erkrankt sein. Per Mail wurden die Studenten darüber informiert.

Universität Zürich; Frank Brüderli
Den Studenten wird eine Impfung empfohlen.

Den Studenten wird eine Impfung empfohlen.

Universität Zürich; Frank Brüderli
Im schlimmsten Fall droht Zutrittsverbot.

Im schlimmsten Fall droht Zutrittsverbot.

Frank Brüderli

Masern-Alarm an der Uni Zürich: Zwei Studenten der Universität Zürich-Nord sollen an dem Virus erkrankt sein. Per E-Mail wurden die Studenten darüber informiert. Darin heisst es: «Falls weitere Fälle auftreten, kann der Kantonsarzt verfügen, dass nur gegen Masern immune Personen (geimpft oder Masern sicher gehabt) Zutritt zu den betroffenen Standorten haben.»

Hochansteckend und nicht ungefährlich

Es werde deshalb eine Impfung empfohlen. Denn: Masern sind nicht ungefährlich und hochansteckend. Gemäss dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) kann eine Masernerkrankung in jedem Alter auftreten und manchmal schwerste Komplikationen verursachen.

An der Universität Zürich hofft man nun, dass man mit der breiten Information aller Mitarbeitenden und Studierenden eine weitere Ausbreitung verhindern kann, wie es auf Anfrage heisst. Bisher seien keine weiteren Masern-Fälle aufgetreten. Trotzdem müsse die Situation weiterhin beobachtet werden. Die Universität stehe dabei in engem Kontakt mit dem Kantonsärztlichen Dienst, der bei dieser meldepflichtigen Erkrankung die Abklärungen vornehme und Massnahmen einleite.

Kantonsarzt entscheidet über Zutrittsverbot

Dieser könne auch über ein Zutrittsverbot verfügen, falls weitere Fälle auftreten. «Wir setzen dabei auf die Eigenverantwortung der Studierenden und Mitarbeitende», sagt eine Sprecherin der Universität.

Also keine strikten Kontrollen bei einem allfälligen Zutrittsverbot. Vielmehr soll sich jeder so verhalten, dass möglichst niemand angesteckt wird. «Denn es sollte im Interesse aller sein, dass auch immunsupprimierte Personen oder Säuglinge vor einer Masernerkrankung geschützt werden», so die Sprecherin. Ob an der Universität zu wenige Studenten geimpft seien, könne man aufgrund der aktuellen Vorfälle nicht beurteilen.

Masern-Fälle auch in Bern

Unglücklich, dass es zu einem Ausbruch der Krankheit gekommen ist, findet man es jedenfalls beim Verband der Studierenden der Universität Zürich (VSUZH). Co-Präsidentin Polina Pokrovskaya: «Es ist aber gut, dass die Uni handelt.»

Erst kürzlich wurden in Bern zahlreiche Masern-Fälle bekannt. Dem bernischen Kantonsarztamt sind seit Anfang Jahr 37 Fälle der hochansteckenden Krankheit gemeldet worden. Das sind zehnmal mehr Erkrankungen als in den drei vergangenen Jahren zusammen. 50 Schüler im Kanton Bern durften deshalb nicht mehr in den Unterricht. Mit dieser Massnahme wollte die kantonale Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) den Ausbruch eindämmen.

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