05.05.2015 06:00

Stress-StudieUni Zürich braucht dringend dicke Männer

Ist Stress schuld an Übergewicht und wie kann man sich davor schützen? Das will die Universität Zürich untersuchen. Nur ist es nicht so einfach, Schwergewichtige dafür zu finden.

von
som
Die Uni Zürich sucht Männer, die einen BMI zwischen 28 und 35 haben.

Die Uni Zürich sucht Männer, die einen BMI zwischen 28 und 35 haben.

Es sollte für das Psychologische Institut der Uni Zürich ein Leichtes sein, Übergewichtige für eine Studie zu finden – denn 41 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz bringen laut Bundesamt für Statistik zu viele Kilos auf die Waage. «Nur haben sich bis jetzt erst 30 Männer gemeldet, 70 brauchen wir noch», sagt Studienleiter Roberto La Marca: «Die rund 100 Normalgewichtigen, die wir für die Studie ebenfalls brauchen, haben wir hingegen schnell rekrutiert.»

Er sucht nun 18- bis 35-Jährige mit einem Body-Mass-Index (BMI) zwischen 28 und 35: «Übergewicht ist in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabuthema.» Scham könnte bei den Betroffenen somit eine Rolle spielen, vermutet La Marca: «Zudem weisen Studien darauf hin, dass Übergewicht häufiger bei Personen auftritt, die viel Stress bei der Arbeit erleben.» Möglicherweise hätten sie deshalb weniger Zeit für die Teilnahme.

Ohr-Akupunktur soll helfen

Dabei wollen er und sein Team in der Studie StressAware den Untersuchungsteilnehmern helfen. Sie untersuchen, wie Stress den Körper beeinflusst. Mittels Blutabnahme, Belastungstests und Befragungen wollen sie unter anderem herausfinden, ob dieser für das Übergewicht mitverantwortlich ist. «Wir gehen davon aus, dass ein übergewichtiger Körper mehr Stresshormone produziert, die auch für schlechtere Blutwerte verantwortlich sind», sagt La Marca.

Ziel sei es, Wege und Mittel zu finden, um die schädlichen Auswirkungen von Stress zu vermindern. Aber nicht mit Medikamenten, sondern mit Ohr-Akupunktur oder Gesichtsmasken, wie La Marca sagt. «Damit können Nerven aktiviert werden, die Stress, aber auch Hunger- und Sättigungs-Prozesse beeinflussen.»

Wer an der Studie teilnehmen möchte, kann sich über die Homepage www.stressaware.ch beim Studienteam melden.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.