Aktualisiert 19.03.2014 08:41

KnatschUni Zürich schaltet umstrittenen Pornofilter ab

Der Webfilter für pornografische Inhalte an der Uni Zürich wird vorerst abgeschaltet. Damit kann man in nicht-öffentlichen Räumen auf dem Internet wieder Erotikseiten anschauen.

von
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Blick auf den Eingang der Universität Zürich.

Blick auf den Eingang der Universität Zürich.

An der Universität Zürich ist seit dem 24. Februar 2014 ein Filter in Betrieb, der pornografische Websites sperrt. Am Montag hat IT-Chef Pascal Bachmann im Auftrag der Uni-Prorektorin Andrea Schenker-Wicki ein E-Mail an die EDV-Koordinatoren geschickt und angekündigt, dass der Filter in den Instituten, die nicht öffentlich sind, wieder deaktiviert wird.

Nächste Woche soll entschieden werden, wie es damit weitergeht. Denn am 25. März findet unter der erweiterten Uni-Leitung eine grundsätzliche Diskussion zur Güterabwägung zwischen unbeschränktem Internetzugang und Schutz vor sexueller Belästigung durch öffentlichen Pornografiekonsum am Arbeits- und Studienplatz statt.

Kritiker wollen keine Filter

Der Filter bleibe aber in Bibliotheken und allen öffentlichen Bereichen der Universität vorerst aktiv, wie Sprecher Beat Müller gegenüber der «NZZ» ergänzte. Die Kritik am Webfilter sei, dass die Software auch unbedenkliche Seiten sperre. In einem Test von 500 vermeintlich pornografischen Seiten zeigten nur etwa die Hälfte Erotikinhalte, wie Kritiker Hernani Marques vom Chaos Computer Club (CCC) Zürich bemängelte. Beispielsweise wurde auch die Seite Anspornend.de gesperrt, weil in der URL das Wort Porn vorkommt. Die Kritiker wollen am liebsten gar keine Filter im Einsatz sehen und verweisen auf die «Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace».

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