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«Das ist asozial» Uni Zürich verlangt von Studenten eine Isolation vor Prüfungen

Mehrere Fakultäten der Universität Zürich und der ETH setzen auf Präsenz bei den Semesterprüfungen. Von den Studenten wird teilweise auch eine Isolation verlangt, dies kommt nicht überall gut an.

von
Sven Forster
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Die Uni Zürich wird für ihre Präsenzprüfungen kritisiert. 

Die Uni Zürich wird für ihre Präsenzprüfungen kritisiert.

20 Minuten 
Besonders, weil die Studenten sich selbst isolieren sollen. 

Besonders, weil die Studenten sich selbst isolieren sollen.

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Ein anonymer Student findet das «asozial».

Ein anonymer Student findet das «asozial».

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Darum gehts

  • Einzelne Lehrgänge der Universität Zürich müssen zu Präsenzprüfungen erscheinen.

  • Die Uni weist die Studenten an, sich vorher zwei Wochen zu isolieren.

  • Die Studenten sind mit diesen Weisungen nicht zufrieden.

Viele Semesterprüfungen an der Universität in Zürich werden derzeit virtuell abgehalten. Dies wird jedoch nicht überall praktiziert. Die Ausnahme bilden die Medizinische, die Vetsuisse- und die mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät (MNF).

Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, werden in den kommenden Wochen Hunderte Studierende in die Prüfungssäle strömen – natürlich unter Einhaltung des entsprechenden Schutzkonzepts. Viele Studierende regen sich allerdings über weitere Sicherheitsbestimmungen auf.

Keine Ersatzprüfungen im Semester

Anfang Woche informierte die MNF-Fakultät die Studierenden mit einem internen Schreiben. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, werden die Studierenden darin angehalten, auf jegliche Ansammlungen und enge Kontakte zu verzichten. Und zwar ab zwei Wochen vor der Prüfung. Wer sich krank fühle, solle erst gar nicht zur Prüfung erscheinen.

Verpasste Prüfungstermine aufgrund von Quarantäne haben allerdings einen sehr grossen Nachteil. Ersatzprüfungstermine im gleichen Semester bietet die UZH keine. Die Studierenden in Quarantäne dürfen erst im kommenden Sommer die Leistungsnachweise absolvieren.

Besorgte Studenten verfassten am Dienstag ein Schreiben an die Leitung der Fakultät. Sie sehen die Gefahr, dass Studierende zur Prüfung erscheinen, obwohl sie Symptome haben. Die Universität versichert jedoch, dass auch Studenten, die nicht zur Prüfung erscheinen, weiterstudieren dürfen und auch Kurse im Herbstsemester buchen können.

ETH mit Präsenzpflicht

Ein anonymer Student kritisiert die Vorschriften der Universität. Die 14-Tage-Regelung komme höchstens jenen zugute, die in einem grossen Haus bei Mama und Papa wohnen dürften. Alle Personen, die in einer WG leben würden oder einen Nebenjob hätten, würden benachteiligt. Der Studierende: «Das ist asozial.»

Die Universität Zürich ist jedoch nicht die einzige Hochschule in Zürich, die auf Präsenzprüfungen setzt. Auch die ETH bestellt derzeit Studierende in ihre Räumlichkeiten. Der Aufschrei ist bislang jedoch noch ausgeblieben.

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