Superfinal in Kloten: Unihockey-Party mit nationaler Strahlkraft
Aktualisiert

Superfinal in KlotenUnihockey-Party mit nationaler Strahlkraft

Zum ersten Mal wird der Schweizer Meister im Unihockey in einem Einzelspiel bestimmt. Und auch zum ersten Mal überträgt das SRF die Spiele live.

von
Oliver Fischer

In der Kolping-Arena in Kloten steigen die ersten Unihockey-Superfinals der Männer und Frauen. (Quelle: YouTube/Swissunihockey)

Intensität, Tempo, Konter, Zweitkämpfe, Hockey auf höchstem Niveau und ausverkauftes Haus – all das gab es in den letzten Monaten selten in der Kolping Arena in Kloten. Am Samstag wird es all das garantiert geben: Es steigen die Unihockey-Superfinalspiele der Männer und Frauen im Klotener Eisstadion.

Die Affichen bei den Männern und Frauen versprechen grossartige Spiele: Beide Male treffen die Titelverteidiger auf die aktuellen Cupsieger. SV Wiler-Ersigen, Dominator der vergangenen zwölf Jahre, trifft auf Alligator Malans, den einzigen anderen Meister seit 2004. Piranha Chur hat die letzten drei Meisterschaften gewonnen und damit den vorherigen Seriensieger und Gegner am Samstag, den UHC Dietlikon, abgelöst.

Steht die Wachablösung an?

Während bei den Bernern die prägenden Figuren der letzten Dekade – die Brüder Matthias und Christoph Hofbauer und Adrian Zimmermann – womöglich zu ihrem letzten grossen Tanz bitten, stehen bei Malans deren potenzielle Nachfolger auf dem Platz. Captain Claudio Laely, Topskorer Tim Braillard und Offensivverteidiger Kevin Berry haben das Zeug dazu, die nächste grosse Generation im Schweizer Unihockey zu werden. Ob die Wachablösung dieses Jahr schon gelingt, ist offen. Die Erfahrung spricht ganz klar für Wiler-Ersigen, doch die jungen Malanser haben mit dem Cupsieg Anfang März bewiesen, dass sie für die grossen Spiele bereit sind.

Geballte Offensivepower im Frauen-Final

Ein Offensivspektakel erster Güte darf man im Frauen-Final erwarten. 159 (Piranha) und 174 (Dietlikon) Tore erzielten die Teams in der Qualifikation. Ihre Halbfinalserien gewannen beide mit 3:0 klar, auch wenn die Zürcherinnen mehr Mühe bekundeten und zweimal nur mit einem Tor Differenz das bessere Ende für sich behielten. In den direkten Begegnungen der Saison steht es 2:2 – wobei der fünffache Meister Dietlikon die wichtigste, den Cup-Halbfinal, für sich entschied. Wie viel Qualität sich gegenüberstehen wird, zeigt auch das aktuelle Nationalmannschaftsaufgebot, wo Chur (7) und Dietlikon (6) zwei Drittel des Kaders stellen.

Erfolgsmodell Superfinal

Dass die Entscheidung in der Schweizer Meisterschaft in einem einzigen Spiel ausgetragen wird, ist sportartenübergreifend ein Novum. Seit 20 Jahren spielten die Unihockeyaner bei den Männern den Meister in Playoffserien aus. Das Vorbild des Superfinals stammt, wie fast alles im Unihockey, aus Schweden. In der NHL des Unihockey wird der Meistertitel seit 2002 in einem Einzelspiel vergeben, über den sportlichen Wert des Titels diskutiert schon lange niemand mehr. Viel zu eindeutig ist der Einzelspiel-Event und dessen Vermarktung eine Erfolgsstory.

Als zweite grosse Unihockey-Nation sind 2012 die Tschechen zum Superfinal übergegangen und nächstes Jahr zieht mit Finnland auch noch die letzte der Top-4-Nationen nach. Der Grund ist überall der gleiche: der Wettkampf um mediale Präsenz und hohe Zuschauerzahlen.

Anspielzeiten am Samstag, 18. April

13.30 Uhr, Frauenfinal: Piranha Chur - UHC Dietlikon.

17.00 Uhr, Männerfinal: SV Wiler-Ersigen - Alligator Malans.

Beide Spiele werden auf SRF2 live übertragen.

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