San Francisco: Unisex-Toiletten für Primarschüler
Publiziert

San FranciscoUnisex-Toiletten für Primarschüler

An einer US-Schule gibt es mehrere Kinder, die sich nicht über ihr biologisches Geschlecht definieren. Deswegen werden nun alle WCs zu Unisex-Toiletten.

von
kle
An der Miraloma-Schule in San Francisco gibt es bald keine Klo-Schilder mit weiblichen oder männlichen Piktogrammen mehr (Symbolbild).

An der Miraloma-Schule in San Francisco gibt es bald keine Klo-Schilder mit weiblichen oder männlichen Piktogrammen mehr (Symbolbild).

An der Primarschule Miraloma in San Francisco müssen sich die Kinder bei ihrem Gang auf die Toilette nicht mehr zwischen zwei Türen entscheiden. Denn bald sind alle WCs genderneutral.

Gemäss «San Francisco Chronicle» hat Schulleiter Sam Bass zu Beginn dieses Schuljahres zu dieser radikalen Lösung gegriffen, nachdem sich herausstellte, dass es acht Schüler gibt, die eine andere sexuelle Orientierung haben. Allein in der ersten Klasse sitzen drei Transgender-Kinder.

Genderneutrale WCs für alle

«Nach einer Verordnung aus dem Jahr 2013 müssen wir dafür sorgen, dass alle Kinder und Jugendliche im Bundesstaat Kalifornien vom Kindergartenalter bis in die 12. Klasse nach Belieben die Toilette für Jungs oder Mädchen aufsuchen dürfen», erklärt Bass.

Die meisten Schulen haben spezielle Einzelkabinen für Transgender-Schüler eingerichtet. «Wir finden aber, dass das nicht genug ist», schreibt Schulleiter Bass auf der Website der Miraloma-Schule. Die Erfahrung scheint Bass Recht zu geben.

Einer der Erstklässler zum Beispiel kam als Bub zur Welt und identifiziert sich auch als Junge, doch er trägt lieber lange Haare und Mädchenkleider. «Als er das Sommerlager besuchte, getraute er sich weder die Buben- noch die Mädchentoilette zu besuchen. Lieber machte er sich in die Hose, was dazu führte, dass er sich noch isolierter fühlte», erzählt seine Mutter.

Schule muss für die Sicherheit der Kinder sorgen

Die Eltern des sechsjährigen Ari sind in einer ähnlichen Situation. Ihr Sohn identifiziert sich weder als Junge noch als Mädchen. «Es ist nicht unsere Aufgabe, ein Kind in eine definierte sexuelle Rolle zu zwingen», sagt Aris' Vater. Hingegen sei es die Pflicht der Schule, den Kindern «eine sichere Umgebung mit sexueller Vielfalt zu bieten», erklärt Schulaufseher Kevin Gogan.

In einer ersten Phase werden nur Kindergärtler und Schüler der ersten Klasse zu den geschlechtsneutralen WCs Zugang haben. Nach Bass' Plan sollen aber bald alle Primarschüler die Unisex-Toiletten benutzen. Alle Kloschilder mit weiblichen oder männlichen Piktogrammen sollen bis dahin entfernt werden.

Deine Meinung