Aktualisiert 30.05.2020 12:30

Mehrere Ärzte stehen in Kritik

Unispital Zürich entlässt Whistleblower

Das Unispital Zürich hat den Whistleblower entlassen, der Missstände in der Herzchirurgie publik gemacht hatte.

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Das Universitätsspital Zürich hat einen Arzt entlassen.

Das Universitätsspital Zürich hat einen Arzt entlassen.

KEYSTONE
Dabei soll es sich um einen Whistleblower handeln.

Dabei soll es sich um einen Whistleblower handeln.

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Dieser war in einer leitenden Funktion am Unispital in Zürich tätig.

Dieser war in einer leitenden Funktion am Unispital in Zürich tätig.

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Darum gehts

  • Das Universitätsspital Zürich hat einen in leitender Funktion tätigen Arzt entlassen.
  • Dabei soll es sich um einen Whistleblower handeln.
  • Dieser hatte Missstände an der Klinik für Herzchirurgie öffentlich gemacht.

Am Universitätsspital Zürich (USZ) ist jener Mann entlassen worden, der einem Medienbericht zufolge zuvor von Missständen an der Klinik für Herzchirurgie berichtet hatte.

Die USZ-Medienstelle teilte der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Samstag mit, dass die ordentliche Kündigung und Freistellung des Hinweisgebers durch die Spitaldirektion erfolgt sei. Sie bestätigte damit Informationen der Tamedia-Zeitungen. Falls der Mann dagegen Rechtsmittel ergreifen werde, sei der Spitalrat die erste Rekursinstanz. Weitere Angaben macht das USZ nicht.

In den Tamedia-Zeitungen vom Samstag hiess es, der in leitender Funktion tätigte Arzt habe ein Dossier mit zwölf Fällen von Verfehlungen am Spital zusammengestellt. Am 12. Dezember 2019 soll er demnach die Unterlagen mit dem Titel «Whistleblower» an die Spitaldirektion geschickt haben.

Das 42-seitige Dokument enthält laut den Zeitungen teils schwerwiegende Vorwürfe gegen den Herzchirurgen Francesco Maisano. Eine Woche nachdem die Untersuchungsergebnisse zu den Vorfällen vorgelegt worden seien, habe der Whistleblower die Kündigung mit sofortiger Freistellung erhalten.

Drei Ärzte sorgen für Kritik

Seit Wochen steht das Universitätsspital Zürich wegen Ungereimtheiten von drei ihrer Spitzenmediziner in der Kritik. Die Aufsichtskommission für Bildung und Gesundheit (ABG) des Zürcher Kantonsrates reagierte am Freitag auf die Vorwürfe gegen drei Klinikdirektoren. So soll eine Subkomission die Vorwürfe gegen den Leiter der Klinik für Herzchirurgie, Francesco Maisano, untersuchen.

Die Anschuldigungen gegen Maisano waren durch die Medien publik geworden. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, Implantate von Firmen verwendet zu haben, an denen er selber beteiligt ist und diese Interessenskonflikte nicht transparent gemacht zu haben. Bereits am Dienstag hatte die Universität angekündigt, diese Vorwürfe zu untersuchen. Maisano wurde für drei Wochen beurlaubt.

Zu Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Zentrum für Zahnmedizin hatte die Aufsichtskommission bereits im November 2019 den Auftrag gegeben, organisatorische und strukturelle Massnahmen zu ergreifen. Dort soll der Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Martin Rücker, systematisch Patientinnen und Patienten zur Behandlung an seine private Praxis überwiesen haben.

Der dritte Mediziner, der unrühmliche Bekanntheit erlangte, ist der Klinikdirektor Gynäkologie, Daniel Fink. Laut Operationsplänen schaffte er es offenbar, bis zu drei Patientinnen gleichzeitig zu operieren und entsprechend Rechnung zu stellen. Das USZ kündigte auch hier eine Untersuchung an. Die Aufsichtskommission will nun mit einer Kommissionsmotion eine rasche Revision des Zusatzhonorargesetzes anstossen.

(SDA)

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73 Kommentare
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D.Enk-Zettel

31.05.2020, 10:10

nun irgendwie sind die Umstände, dass mittlerweile einige Kliniken mit "grossen Namen" versuchen auf "Kundenfang" zu gehen nicht ganz unschuldig daran. Man entledigt sich lieber eines " Nobodys" ,als dass man sich von einem "Aushängeschild" trennt....zudem kennt man sich sich untereinander in der "oberen Etage"...traurig aber wahr

m.h.

31.05.2020, 09:26

Bei der Fliegerei ist es nicht wirklich viel besser: wenn z.B. ein LinienPilot ein UFO gesehen haben will, behält er das lieber für sich, ansonsten ein Psychotest die Folge sein kann oder die direkte Suspendierung. Evt. Ausnahme ArmeePiloten

Gegenansicht

31.05.2020, 08:53

Interessant wie viele hier den Whistleblower schützen,aber im eigenen Leben selber Dreck am Stecken haben!