Aktualisiert 21.12.2007 08:01

Unmut über deutsche Professoren

Bei vielen Studenten an Schweizer Hochschulen wächst der Unmut über deutsche Professoren. Sie seien
arrogant und würden ihre Landsleute bevorzugen.

Am ausgeprägtesten ist das Phänomen an der grössten Universität des Landes, in Zürich: «Wir erreichen die Grenze des Erträglichen», so der Präsident des Studierendenrats, Stefan Fischer, zum «Tages-Anzeiger». Es komme immer wieder vor, dass sich Studierende arrogant behandelt fühlen. Zudem würden ausländische Professoren oft ihr Nachwuchsnetz mitnehmen, so Fischer. «Das verbaut vielen Zürcher Studierenden den Weg nach oben und demotiviert sie, überhaupt erst eine wissenschaftliche Karriere zu beginnen.»

Auch in Basel sind laut Marco Haller, Co-Präsident der Studentischen Körperschaft, deutsche Professoren ein Thema. Ihn stört es vor allem, dass das Thema Einstellung von Professoren nicht öffentlich diskutiert werde.

Ganz anders an der HSG in St. Gallen: «Die internationale Lehre ist gewollt und wird von den Studenten nicht kristiert», sagt der Studentenschafts-Präsident Alexander Burtscher. Auch in Bern ist man von den Vorteilen überzeugt: «Deutsche Profs verhelfen Schweizern oft auch zu Stellen an ausländischen Unis», so Samuel Durrer, Vorstandsmitglied der StudentInnenschaft.

nm/cde

100 deutsche Professoren

In der Schweiz lehren zurzeit rund 400 Professoren mit einem Lehrstuhl. Laut einer Schätzung des Generalsekretärs der Vereinigung der Schweizer Hochschuldozierenden, Prof. Gernot Kostorz, sind rund die Hälfte Ausländer – zwei Drittel davon sind deutschsprachig. Am stärksten vertreten sind Deutsche. Rund ein Viertel, also rund 100 Professoren, kamen aus dem nördlichen Nachbarland an eine Schweizer Universität.

nm

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