7000 weitere Soldaten: UNO bleibt noch länger im Südsudan
Aktualisiert

7000 weitere SoldatenUNO bleibt noch länger im Südsudan

Ein Jahr nach der Unabhängigkeit des Südsudans ist die Lage im Land weiterhin instabil. Der Weltsicherheitsrat hat deshalb entschieden, die Friedensmission weiterhin im afrikanischen Staat zu lassen.

Rund 175 000 Flüchtlinge aus dem Norden haben im Südsudan Schutz gesucht.

Rund 175 000 Flüchtlinge aus dem Norden haben im Südsudan Schutz gesucht.

Kurz vor dem Jahrestag der Unabhängigkeit des Südsudans hat der Uno-Weltsicherheitsrat das Mandat für die Friedensmission in dem noch immer instabilen Land verlängert. In einer am Donnerstag in New York (Ortszeit) verabschiedeten Resolution rief das Gremium die Friedenstruppen auf, die Sicherheitslage weiter zu verbessern. Den Südsudan ermahnte der Rat, mehr Verantwortung für den Schutz der Zivilbevölkerung zu übernehmen.

Nach der Unabhängigkeit des Südsudans vom Sudan am 9. Juli des vergangenen Jahres genehmigte der Uno-Sicherheitsrat die Entsendung von bis zu 7000 Militärkräften und 900 internationalen Polizisten, zusätzlich zu zivilen Mitarbeitern der UNO sowie Menschenrechtsexperten. Die Loslösung vom Norden wurde auch als Schlussstrich unter einen jahrzehntelangen Bürgerkrieg gefeiert, in dessen Verlauf etwa zwei Millionen Menschen ums Leben kamen.

Noch immer Streit um Verteilung der Öleinnahmen

Im Streit um den Grenzverlauf und die Verteilung der Öleinnahmen kommt es zwischen dem Südsudan und dem Sudan allerdings immer wieder zu neuen Kämpfen. Insbesondere in der Grenzregion Abjei lieferten sich Soldaten der beiden Länder in den vergangenen Monaten Gefechte mit zum Teil vielen Toten.

Der Uno-Flüchtlingskommissar António Guterres hatte am Mittwoch davor gewarnt, dass sich die humanitäre Lage im Südsudan weiter zuspitze. Nach Angaben der UNO haben 175 000 Menschen aus dem Norden im Südsudan Zuflucht gesucht. Die meisten von ihnen hielten sich in entlegenen Gebieten ohne grundlegende Infrastruktur auf.

Ärzte ohne Grenzen: Flüchtlinge im Südsudan in grosser Not

Am Donnerstag hatte zudem die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen berichtet, die Not der etwa 30 000 Menschen im Flüchtlingslager Jaman im Südsudan wachse bedrohlich. Schon jetzt würden täglich neun Kinder sterben. Das seien doppelt so viele wie in vergleichbaren Lagern.

Hochwasser verschlimmere die Situation. Das Trinkwasser sei kontaminiert, Teile der Lager überflutet, so auch die Latrinen. Das führe zu einer weiteren Verunreinigung des Wassers. Immer mehr Menschen würden ertrinken und auch die Zahl der Malariafälle nehme zu. (sda)

Sehr schlechte humanitäre Lage

Ein Jahr nach der Unabhängigkeit des Südsudans bleiben viele humanitäre Bedürfnisse noch immer unerfüllt. Dem Land mangle es insbesondere an grundlegender Gesundheitsinfrastruktur, stellt das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) fest. Schwierig sei die Situation vor allem in den nördlichen Grenzregionen zum Sudan. Die jüngsten Kämpfe in diesem Gebiet hätten einen direkten Einfluss auf die Verfügbarkeit und den Preis von Lebensmitteln gehabt. Dies wiederum habe dazu geführt, dass eine erhöhte Anzahl von Kindern an Mangelernährung gestorben sei.

Die Menschen im Südsudan hätten einen extrem schlechten Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen, schreibt das IKRK weiter. Es herrsche Knappheit an Spitälern, medizinischen Geräten, Medikamenten sowie an ausgebildeten Ärzten und Pflegepersonal. Gemäss dem südsudanesischen Gesundheitsministerium gebe es in dem 10-Millionen-Land nur 120 registrierte Ärzte und 100 Krankenschwestern oder -Pfleger. (sda)

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