Aktualisiert 17.12.2004 06:20

UNO Genf: Abhörskandal

In einem Saal am Genfer UNO-Sitz sind Abhörwanzen entdeckt worden, wie Recherchen des Westschweizer Fernsehens ergaben. Wer die Geschehnisse in dem oft von Staatschefs, Minister und die Chefs wichtiger Delegationen frequentierten Saal belauschen wollte, ist nicht bekannt.

Die UNO hat den Fund eines Abhörgeräts in einem ihrer Räume am Hauptsitz in Genf bestätigt. Informationschefin Marie Heuze machte aber keine Angaben dazu, wo das Gerät im Salon Français gefunden worden sei.

Zuvor hatte die «Tagesschau» von Schweizer Fernsehen DRS unter Berufung auf das Westschweizer Fernsehen berichtet, das Lauschgerät sei im Herbst bei Renovationsarbeiten in der Täferung entdeckt worden.

Bei dem Gerät handle es sich um ein raffiniertes Abhörsystem, wie der Experte Patrik Eugster, Direktor der Genfer Surveillance Consultung Group, sagte. Die Gespräche würden aufgefangen und in Sekundenbruchteilen weitergeschickt. Die Impulsabgabe sei so kurz, dass sie nur sehr schwierig zu entdecken sei.

Das Speicherelement stamme offenbar aus Bulgarien oder Ungarn. Die Wanze sei etwa drei oder vier Jahre alt. Das Material stamme aus Russland oder aus Osteuropa.

Die UNO habe nun eine Untersuchung eingeleitet, die aber streng geheim sei. Wer die Geschehnisse in dem viel frequentierten Saal belauschen wollte, ist nicht bekannt. In dem Salon Français würden sich Staatschefs, Minister und die Chefs wichtiger Delegationen treffen. (sda)

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