Aktualisiert 05.03.2008 23:59

Uno: Kein Promibonus vor Gericht

In ihrem jüngsten
Drogenbericht verlangen
die Vereinten Nationen,
dass die Justiz bei
Prominenten härter
durchgreift. Die
Forderung ist nicht
unbegründet. Bestes
Beispiel: Pete Doherty.

von
Marlies Seifert

Wir kennen sie, die Drogeneskapaden von Pete Doherty. Kaum zu glauben, dass der Babyshambles-Frontmann dennoch bis heute nie zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Bewährungsstrafen und Geldbussen wurden ausgesprochen, ein Entzug wurde ihm aufgebrummt; eingesessen hat er aber immer nur kurzzeitig während des Untersuchungsprozesses – nie zur Strafe. Dies, obwohl Drogenbesitz in Grossbritannien mit bis zu sieben Jahren Haft geahndet wird.

Auch Partygirl Paris Hilton wurde von der Justiz mit Samthandschuhen angefasst: Von ihrer 45-tägigen Gefängisstrafe wegen wiederholter Trunkenheit am Steuer sass sie nur die Hälfte ab. Und Kate Moss wurde trotz öffentlichem Kokainkonsum nie der Prozess gemacht. Die Drogenkontrolle der UN fordert, das damit endlich Schluss ist.

Aber wie kommt es zu dieser Bevorteilung? Die Anwälte der Promi-Delinquenten berufen sich oft auf den «wichtigen Beitrag», den ihre Klienten für die Gesellschaft leisten und machen extreme Lebensumstände verantwortlich für deren Ausrutscher. In der Schweiz beissen die Verteidiger damit auf Granit, wie Strafrechtsprofessor Peter Albrecht versichert: «Hier gibt es vor Gericht kaum einen Promibonus», sagt er.

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