UNO-Konferenz gegen Katastrophen
Aktualisiert

UNO-Konferenz gegen Katastrophen

Überschattet vom Seebeben in Südasien hat in Japan eine UNO-Konferenz zur Vorsorge gegen Katastrophen begonnen.

800 Delegierte aus rund 150 Ländern, darunter der Schweiz, beraten in erster Linie über den Aufbau eines Frühwarnsystems für Flutwellen im Indischen Ozean.

«Es reicht nicht, nach einer Katastrophe wie dieser nur die Trümmer aufzuheben», mahnte UNO-Generalsekretär Kofi Annan am Dienstag in einer Videobotschaft. Bedrohte Länder müssten im Vorfeld abwehrbereit gemacht werden.

Die beste Art, die Toten von Katastrophen zu ehren, sei, die Lebenden zu schützen, sagte auch der UNO-Koordinator für humanitäre Hilfe, Jan Egeland zum Auftakt der fünftägigen Tagung in Kobe. Gastgeber Japan und die UNO regten an, in Kobe eine internationale Organisation zur Schadensbegrenzung bei Katastrophen zu schaffen.

Sie solle in betroffenen Ländern beim Wiederaufbau helfen, hiess es. Die neue Organisation würde einerseit Experten in Katastrophengebiete entsenden. Sie wäre aber auch zuständig für die Einrichtung einer Datenbank, in der Informationen aus früheren Wiederaufbauerfahrungen gesammelt würden.

Meeresbojen erfassen Wellenbewegungen

Die deutsche Regierung stellte ihr Modell für ein Tsunami- Frühwarnsystem vor. Laut der Forschungsministerin Edelgard Bulmahn sieht es die Integration von Boden, Meer- und Luftbeobachtung vor.

Meeresbojen erfassen dabei Wellenbewegungen und übertragen sie per Funktechnik in Echtzeit an Rechenzentren. Das System könne auch bei Katastrophen wie Vulkanausbrüchen und Erdbeben verwendet werden, sagte Bulmahn nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Gefahren im Berggebiet

Naturrisiken gibt es jedoch nicht nur auf Meereshöhe. Die Schweiz leitet an der UNO-Konferenz in Kobe deshalb einen Workshop zu Gefahren im Berggebiet. Er wurde von der Nationalen Plattform für Naturgefahren (PLANAT) und der DEZA vorbereitet.

Die langjährige Erfahrung der Schweiz bei der Verhütung von Lawinen und Bergstürzen soll im internationalen Kontext nutzbar gemacht werden, heisst es nach Angaben der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA).

Massnahmen zur Vorbeugung von Naturkatastrophen müssten besser koordiniert werden, um die Zerstörung zu begrenzen, hiess es. Leiter der Schweizer Delegation ist Andreas Götz, Vizedirektor des Bundesamtes für Wasser und Geologie.

Aktionsplan und Gedenkfeier

An der Konferenz wird ein Aktionsplan verabschiedet, der konkrete Massnahmen für die nächsten zehn Jahre enthält. Ziel ist ein stärkeres Engagement bei der Prävention von Naturkatastrophen sowohl auf internationaler, wie auch auf regionaler und lokaler Ebene.

Die Wahl von Kobe als Konferenzort ist nicht zufällig. Die japanische Stadt wurde am 17. Januar 1995 von einem starken Erdbeben erschüttert, das Tausende von Todesopfern forderte. Zum zehnten Jahrestag der Tragödie findet im Rahmen der UNO-Konferenz eine Gedenkfeier statt.

(sda)

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