Aktualisiert 07.12.2010 06:47

Umstrittene Wahlsieger

UNO schickt Mitarbeiter ausser Landes

Die Gewalt eskaliert an der Elfenbeinküste: 20 Menschen sind bei Unruhen bereits getötet worden. Nun zieht die UNO 460 Mitarbeiter ab.

Wegen des Machtkampfs in der Elfenbeinküste zieht die UNO alle nicht unbedingt vor Ort benötigten Mitarbeiter ab. 460 Mitarbeiter würden aus Sicherheitsgründen vorübergehend nach Gambia geschickt, sagte ein Sprecher am Montag in New York.

Die UNO-Mission in der Elfenbeinküste zählt insgesamt 10 000 Blauhelme, Polizisten und zivile Mitarbeiter. Seit der Präsidentschaftswahl Ende November sind in dem westafrikanischen Land nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International mindestens 20 Menschen gewaltsam ums Leben gekommen. Die Organisation berief sich dabei auf Augenzeugenberichte.

Amnesty-Experte Salvatore Sagues forderte die Sicherheitskräfte in der Elfenbeinküste auf, Zivilisten zu schützen. Die Sicherheitskräfte seien an internationales Recht gebunden und dürften «nicht mit scharfer Munition auf Menschen schiessen, die weder ihr Leben, noch das Leben anderer bedrohen», sagte er.

Eskalation der Gewalt

Sagues warnte vor einer Eskalation der Gewalt. Die internationale Gemeinschaft und vor allem die afrikanischen Bündnisse müssten alles tun, um dies zu verhindern.

Bei der Stichwahl am 28. November standen sich Amtsinhaber Laurent Gbagbo und dessen langjähriger Rivale Alassane Ouattara gegenüber. Laut Wahlkommission siegte Ouattara mit 54 Prozent der Stimmen, doch der Verfassungsrat erklärte Gbagbo zum Sieger.

Die EU, die UNO und die USA bekundeten Ouattara ihre Unterstützung und forderten Gbagbo auf, das Ergebnis der Wahlkommission anzuerkennen. (sda)

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