Aktualisiert 26.07.2011 15:27

Hungersnot in Somalia

UNO warnt vor unvorstellbarer Tragödie

Die UNO macht sich grosse Sorgen um Somalia. Es herrscht Gewalt im Land, jetzt kommt eine Dürre hinzu. Die UNO spricht von einer der schlimmsten humanitären Krisen aller Zeiten.

Jeder vierte Somalier ist auf der Flucht.

Jeder vierte Somalier ist auf der Flucht.

In Somalia sollen seit Jahresbeginn bereits 135 000 Menschen vertrieben worden sein. Dies erklärte die Sprecherin des UNO- Flüchtlingskommissariats UNHCR, Melissa Fleming. Allein im Juni seien etwa 54 000 Menschen in die Nachbarstaaten Kenia und Äthiopien geflüchtet. Das sind dreimal so viele wie im Vormonat.

Die Trockenheit in Verbindung mit der anhaltenden Gewalt im Süden und in der Mitte des Landes führe dazu, «dass eine der schlimmsten humanitären Krisen der Welt zu einer menschlichen Tragödie unvorstellbaren Ausmasses» werde, sagte Fleming.

Besorgniserregend sei vor allem der Zustand, in dem die Flüchtlinge in den Nachbarländern einträfen. Nach oft mehrwöchigen Fussmärschen seien die Kinder vielfach in einem Zustand schwerster Unterernährung. Viele verhungerten aber bereits auf der Flucht.

Hinzu komme, dass die Gewalt in Somalia den Einsatz von Hilfsorganisationen praktisch unmöglich mache. Ende Juni hatte die UNO zudem bereits vor den Folgen der schwersten Dürre seit 60 Jahren am Horn von Afrika gewarnt. Von dieser sind bereits mehr als zehn Millionen Menschen betroffen.

Jeder vierte Somalier auf der Flucht

Nach UNO-Angaben flüchteten bislang mehr als 750 000 Somalier in die benachbarten Länder, etwa 1,46 Millionen Menschen gelten zudem im eigenen Land als vertrieben. Von Flucht oder Vertreibung betroffen sei damit insgesamt ein Viertel der 7,5 Millionen Einwohner Somalias.

Darüber hinaus spitzt sich die Lage auch in den Flüchtlingslagern zu. Allein im kenianischen Flüchtlingslager Dadaab treffen täglich 1400 Menschen ein. Damit sei das für ursprünglich maximal 90'000 Menschen ausgelegte Lager inzwischen mit 382 000 Flüchtlingen zur «drittgrössten Stadt» Kenias geworden. (sda)

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