Zottelpapa Schibli: Unordnung auf Platz - SVP-Mann verärgert Dorf
Publiziert

Zottelpapa SchibliUnordnung auf Platz - SVP-Mann verärgert Dorf

Die Zürcher Gemeinde Hüttikon ist in Aufruhr: Bewohner ärgern sich über das ungepflegte Pachtgrundstück von SVP-Nationalrat Ernst Schibli.

von
N. Glaus

Ein paar ältere Gewächshäuser, darüber teils lose Blachen, die nicht mehr im neusten Zustand sind. Etwas Altmetall, das herumliegt, und wilde grüne Pflanzen, die um das Gebilde herumwachsen: So sieht es momentan auf dem Pachtgrundstück Ernst Schiblis, SVP-Nationalrat und Besitzer von SVP-Maskottchen Zottel, in der Zürcher Gemeinde Hüttikon aus. Was anderen Leuten vielleicht gar nicht gross auffallen würde, ist einigen Nachbarn ein Dorn im Auge.

«Das Grundstück von Herrn Schibli ist ein gewaltiger Schandfleck in unserer Gemeinde», sagt Nachbar Patrick Gerwer und ärgert sich. Neben dem herumliegenden Alteisen stören sich drei Nachbarn auch an den alten Blachen, die das Gewächshaus bedecken: «Wenn es windet, verursachen diese eine grosse Lärmemission, manchmal fliegen aber auch Teile davon auf die Strasse», so Gerwer. Auch der nicht gemähte Rasen würde das Ortsbild verschandeln. Gerwer: «Es kann doch nicht sein, dass ausgerechnet ein Nationalrat sein Grundstück so verwahrlosen lässt.»

Die Hüttikoner versuchten schon seit Monaten Schibli per E-Mail, telefonisch aber auch persönlich darauf aufmerksam zu machen, dass er endlich sein Grundstück in Ordnung bringen solle, sagt Gerwer. Geändert habe sich aber nichts: «Einmal hat er ein paar Tage etwas Metall auf die Seite getan, aber seither ist wieder nichts gegangen.»

Gemeindepräsident will mehr Ordnung

Die verärgerten Nachbaren haben den SVP-Nationalrat sogar bei den Gemeindebehörden angeschwärzt und sind dabei auf Gehör gestossen. Denn auch für den Hüttikoner Gemeindepräsident Markus Imhof ist das Pachtgrundstück von Schibli ein Ärgernis: «Ich hätte diesbezüglich gerne mehr Ordnung in unserer Gemeinde.» Aber dass die Gemeinde rechtlich gegen den Nationalrat vorgehe, sei nicht möglich, solange nicht etwa ein gravierenderes Problem wie Umweltverschmutzung vorliege. «Er macht ja nichts Verbotenes. Er macht einfach nichts», so Imhof. Der Gemeinderat habe aber das Problem anerkannt und den Nachbaren geraten, dieses privatrechtlich zu lösen.

«Ich habe auch noch andere Dinge zu erledigen»

Mit den Vorwürfen konfrontiert, meint Schibli, er habe die Forderung der Nachbarschaft ernst genommen und sei daran, das Grundstück in Ordnung zu bringen. «Das Aufräumen geht aber nicht von heute auf Morgen. Leider habe ich auch noch andere Dinge zu erledigen», so Schibli. Wenn es den Nachbarn zu wenig schnell ginge, würde er dafür um etwas mehr Verständnis bitten. Einen Termin will der SVP-Nationalrat jedoch nicht festlegen, denn sonst würden ihn die Nachbarn «bloss wieder kritisieren», wenn er es nicht rechtzeitig schaffe.

Deine Meinung