Katastrophale Chancenauswertung - «Uns fehlt die Geilheit, ein Tor zu machen» – Nati gewinnt dennoch
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Katastrophale Chancenauswertung«Uns fehlt die Geilheit, ein Tor zu machen» – Nati gewinnt dennoch

Im Letzigrund traf die Schweiz im WM-Quali-Spiel auf Rumänien. Die Nati gewann zwar, doch der Sieg, er hätte viel höher ausfallen müssen. Nun wartet Kroatien am Dienstag.

von
Nils Hänggi

Das Tor zum 1:0 im Video.

SRF

Darum gehts

  • Die Schweizer Frauen-Nati gewann die WM-Quali-Partie gegen Rumänien mit 2:0.

  • Die Rumäninnen hatten gegen eine starke Schweiz keine Chance.

  • Bei der Nati muss jedoch die Chancenauswertung besser werden.

Irgendwie ist es ja komisch. Die EM der Frauen hat noch nicht einmal stattgefunden und trotzdem kämpft die Frauen-Nati bereits schon um das WM-Ticket. Als «komisch» betitelte das auch Fussball-Star Ramona Bachmann im Exklusiv-Interview mit 20 Minuten. Sie sagte aber auch: «Wir können damit umgehen.» Und das stimmt. Die Nati gewann das WM-Quali-Spiel gegen Rumänien mit 2:0.

Von Anfang an drückte die Schweiz im Letzigrund aufs Tempo und liess den Osteuropäerinnen keine Luft zum atmen. Freiburg-Youngster Xhemaili war giftig, griff jede Rumänin bei einem Ballverlust sofort wieder an. Bachmann überzeugte mit Dribblings, wobei sie manchmal zu viel wollte und in der Abwehr der Rumäninnen hängenblieb. Besonders gefährlich wurde es in der 40. Minute. Die Nati erhielt einen Freistoss aus guter Position, Bachmann versuchte es direkt, traf aber nur den Pfosten. Danach war das Tor frei, aber Sow brachte den Ball nicht ins Eckige. Bitter!

Und so ging es bis zur 48. Minute, als der Knoten platzte. Der siebte Schuss war derjenige ins Glück. Crnogorcevic köpfelte den Ball via Latte und gegnerische Torhüterin ins Tor. Die Führung war absolut verdient. In der 53. und in der 55. Minute hatte die Frauen-Nati gar die Chance, die Führung auszubauen. Doch Fölmli und Bachmann trafen nur den Pfosten, respektive die Latte. Später verschoss nochmals Bachmann aus bester Position. In der 80. Minute war es Maendly, die Pech hatte und nur die Latte traf. Und dann passierte es doch noch. In der 89. Minute gab es nach einem unnötigen Foul Penalty für die Schweiz. Crnogorcevic liess sich die Chance nicht nehmen und zimmerte den Ball ins Tor.

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Ana-Maria Crnogorcevic schoss kurz nach der Pause das 1:0 für die Schweiz. Kurz vor Schluss erzielte sie auch das 2:0.

Ana-Maria Crnogorcevic schoss kurz nach der Pause das 1:0 für die Schweiz. Kurz vor Schluss erzielte sie auch das 2:0.

Andy Mueller/freshfocus
Die Führung war absolut verdient. In der 53. und in der 55. Minute hatte die Frauen-Nati gar die Chance, die Führung auszubauen.

Die Führung war absolut verdient. In der 53. und in der 55. Minute hatte die Frauen-Nati gar die Chance, die Führung auszubauen.

Andy Mueller/freshfocus
Ramona Bachmann zeigte eine sehr gute Partie. Auch wenn ihr kein Treffer gelang. 

Ramona Bachmann zeigte eine sehr gute Partie. Auch wenn ihr kein Treffer gelang.

Andy Mueller/freshfocus

Viele Chancen, nur zwei Tore

Was bleibt also von der Partie? Es ist wohl vor allem der Eindruck einer spielfreudigen Schweizer Frauen-Nati. Es bleibt aber auch ein wenig ein schaler Beigeschmack. Denn etwas muss sicherlich noch besser werden. Etwas, was Coach Nielsen schon nach den letzten Partien bereits kritisierte: die sehr mangelhafte Chancenauswertung. Dass es bei 13 Torschüssen nur zwei Treffer gab, ist einfach zu wenig – auch wenn mit sechs Pfosten- oder Lattentreffern auch viel Pech mit dabei war. «Uns fehlt manchmal die Geilheit, ein Tor zu machen», meinte Maritz zur Pause.

Nach der Partie wollte Nielsen den verpatzten Chancen nicht gross nachtrauern, auch wenn er zugab: «Kurz vor Schluss hatte ich schon Sorge, dass wir noch das 1:1 kassieren. Wir hatten heute viel Pech. Heute war es einfach unglücklich.» Insgesamt war der Coach mit der Leistung zufrieden. «Vor der Partie hätte ich ein 2:0 unterschrieben», so Nielsen.

Nach dem Sieg mit der Katastrophen-Chancenauswertung und viel Pech liegt die Schweiz in der Tabelle nun auf Rang 1 vor Italien. Am Dienstagabend müssen die Schweizerinnen gegen Kroatien ran. Im November folgt dann gegen die Italienerinnen der Kracher und der Kampf um Platz 1.

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