WM 2022: Nati hatte gegen Brasilien keinen einzigen Torschuss

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Stimmen zur Niederlage«Uns fehlte der Mut» – Nati hatte gegen Brasilien keinen einzigen Torschuss

Trotz einer starken Defensivleistung holte die Nati gegen Brasilien keinen Punkt. Die Enttäuschung ist gross – aber die Stars sind sich einig: In der Offensive hätte man mutiger agieren müssen.

von
Tobias Wedermann
(aus Doha)
Lucas Werder
(aus Doha)

Darum gehts

  • Trotz einer starken Leistung verlor die Nati am Montag gegen Turnierfavorit Brasilien.

  • Das Team ist enttäuscht, aber man ist sich bewusst: «Nach vorne fehlte uns der Mut.»

  • Nun wartet das erwartete Endspiel gegen Serbien.

Rund zehn Minuten fehlten am Montagabend für ein weiteres grosses Schweizer Ausrufezeichen in der Fussballwelt. Die Nati liess gegen die Brasilien-Stars nur wenig zu, stand defensiv sehr kompakt. «Der Matchplan ging lange auf und wir haben den Gegner gut kontrolliert», sagte Murat Yakin nach der Partie. Doch dann kam Manchester-United-Star Casemiro und erzielte in der 83. Minute das 1:0. Das erste Mal, dass Brasilien die Schweiz an einer WM besiegt. 

«Eine Mannschaft wie Brasilien hat immer Chancen in einem Spiel. Es ist schade, dass sie gerade heute mit einem Sonntagsschuss das Spiel entschieden haben», sagte Yann Sommer zum Gegentreffer. «Es ist sehr bitter. Wir machten ein gutes Spiel, aber wenn du verlierst, hast du am Schluss nichts davon», so Remo Freuler.

Kein Mut, kein Torschuss, zwei Offensiv-Stars verletzt

«Ein Unentschieden wäre nicht gestohlen gewesen, wir haben eine gute Leistung gezeigt», ergänzte Captain Granit Xhaka. Es sei schmerzhaft und man sei enttäuscht. «Aber am Schluss des Tages war es auch Brasilien – ein Weltklasseteam.» Alle Involvierten waren sich aber nach dem Spiel einig: Für die ganz grosse Sensation fehlte der Mut.

Gerade, weil Serbien gegen Kamerun eine 3:1-Führung verspielte und so ein Sieg gegen Brasilien zum vorzeitigen Achtelfinal-Einzug gereicht hätte, hätte man in der Offensive mutiger aufspielen können. «Es fehlte uns die Entlastung», so Sommer. Das zeigt auch die Statistik: Erst zum zweiten Mal seit 1966 hat die Schweiz an einer WM keinen Schuss aufs Tor gebracht. 

Ein Grund, wieso diese Entlastung fehlte, waren auch zwei prominente Verletzte. Offensiv-Shootingstar Noah Okafor wie auch Xherdan Shaqiri laborieren an einer Oberschenkelverletzung. Für Shaqiri kam YB-Talent Fabian Rieder in die Startelf, später wurden Renato Steffen und Edimilson Fernandes eingewechselt – sie alle konnten Shaqiri und Okafor nicht ansatzweise ersetzen. Für das grosse – und erwartete – Gruppen-Endspiel gegen Serbien sollten aber beide fit sein. «Nicht schlecht», sagte Shaqiri gegenüber 20 Minuten auf die Frage, wie es ihm gehe.  

Jetzt das erwartete Endspiel gegen Serbien

Der Schweiz reicht am Freitag gegen Serbien ein Unentschieden und man wäre im Achtelfinal – sofern Kamerun nicht gegen Brasilien gewinnt. Die Seleçao ist bereits eine Runde weiter, wird ihre Stars schonen. Nati-Captain Granit Xhaka glaubt nicht, dass das ein Problem wird: «Die könnten drei Mannschaften aufstellen mit ihrer Qualität.» Und ergänzt schmunzelnd: «Ich glaube ja an Wunder, aber einen Kamerun-Sieg gegen Brasilien schliesse ich aus. Das wäre eine Katastrophe für uns.»  

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