Alpsteingebiet: «Uns hat das extrem geschadet»
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Alpsteingebiet«Uns hat das extrem geschadet»

Das Alpsteingebiet wurde in letzter Zeit von Besuchern überrannt, besonders an Feiertagen wie Ostern und Pfingsten. Nun werden Alpstein-Ranger gefordert, die zum Rechten schauen.

von
Tabea Waser
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Immer mehr Besucher tummeln sich im Alpstein. Und diese hinterlassen auch ziemlich viel Müll.

Immer mehr Besucher tummeln sich im Alpstein. Und diese hinterlassen auch ziemlich viel Müll.

Foto: Facebook Appenzellerland Tourismus
Vor allem an Ostern und Pfingsten war der Alpstein ein beliebtes Ausflugsziel.

Vor allem an Ostern und Pfingsten war der Alpstein ein beliebtes Ausflugsziel.

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Der volle Parkplatz in Wasserauen, Ausgangspunkt für den Seealpsee, einem beliebten Ausflugsziel im Alpstein-Gebirge, am Sonntag, 17. Mai 2020.

Der volle Parkplatz in Wasserauen, Ausgangspunkt für den Seealpsee, einem beliebten Ausflugsziel im Alpstein-Gebirge, am Sonntag, 17. Mai 2020.

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Darum gehts

  • Das Alpsteingebiet wird von Besuchern überrannt.
  • Diese hinterlassen Müll und errichten überall Feuerstellen.
  • Deshalb werden Alpstein-Ranger gefordert. Sie sollen für Recht und Ordnung sorgen.
  • Am Palpuognasee gibt es solche Ranger bereits.

Tausende Wanderer zog es in den letzten Monaten in den Alpstein. Das sorgte bei der Anfahrt und teils auf den Parkplätzen für grosses Chaos. Vor den Abfalleimern stapelten sich die Abfallreste der Wanderer. Auf Corona-Warntafeln wurde dann auch extra auf die Abfallsituation aufmerksam gemacht, doch gelesen wurden sie nicht von allen Besuchern.

«Uns hat das alles extrem geschadet», äussert sich nun Christian Lienhard, Direktor des Hotel Hof Weissbad, gegenüber dem Regionaljournal Ostschweiz von SRF. Sein Hotel liegt wenige Kilometer entfernt vom Parkplatz in Wasserauen, dem beliebtesten Einstiegspunkt in den Alpstein. «Wir kamen kaum mehr ins Hotel oder hinaus.» Dies, weil die Alpstein-Besucher wegen der vollen Parkplätze in Wasserauen auch auf seinem Hotelgelände parkierten. Auch der Abfall und die Feuerstellen, die die Besucher überall im Gebiet errichten, sind ihm ein Dorn im Auge.

Eine Art Polizist

«So etwas wie in den letzten Wochen, habe ich noch nie erlebt», wird Lienhard weiter zitiert. Deshalb brauche es aus seiner Sicht nun Massnahmen. Konkret denkt er an sogenannte Alpstein-Ranger. Sie sollen sagen, wo die Leute grillieren oder ihre Zelte aufstellen dürfen und was mit dem Abfall zu tun ist. «Er ist logischerweise auch eine Art Polizist.»

Guido Buob, Geschäftsleiter beim Innerrhoder Tourismus-Verband Appenzellerland Tourismus AI ist nicht abgeneigt von der Idee. «Bisher habe ich eine solche Idee noch als Marketing-Gag angesehen. Wegen des veränderten Nutzerverhaltens der Besucher im Alpstein bin ich inzwischen aber bereit, wieder darüber zu diskutieren», sagt er gegenüber SRF.

Der Alpstein

Der Alpstein ist eine Untergruppe der Appenzeller Alpen und gehört zu den Schweizer Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und St. Gallen. Der Alpstein ist ein beliebtes Ausflugsziel und bietet ein weiträumiges Panorama. Neben drei Seen und sechs Luftseilbahnen verfügt die Bergkette über das dichteste Wanderwegnetz der Schweiz.

Ranger am Palpuognasee

Der Palpuognasee im Albulatal wurde vor allem durch Instagram zum Touristen-Magnet. Doch die Tausenden Besucher brachten auch Probleme mit sich und der sensible Naturraum litt unter ihnen, wie der Gemeindepräsident von Bergün Filisur, Luzi Schutz, letztes Jahr gegenüber 20 Minuten sagte. Deshalb wurde ein Ranger eingesetzt. Seine Aufgabe: Besucher zählen und ihnen die Region näherbringen. Zudem soll er dafür sorgen, dass die Natur weniger belastet wird. Schutz erklärte, warum dies nötig ist: «Die Leute fällen Bäume, um an Grillholz zu kommen, oder verrichten ihr Geschäft im Wald.» Immer öfters gab es auch Reklamationen aus der Bevölkerung auch wegen Wildparkierern.

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